Streckenlänge: Offizieller Rundweg ca. 40–45 km (inkl. Zu- und Ablauf hier 47 km)
Höhenprofil: Sehr flach (+260 HM), vorwiegend asphaltierte Radwege und befestigte Wirtschaftswege
Beschilderung: Durchgängig mit dem offiziellen Logo „Mühlen & Industrie“ sowie Infotafeln an historischen Standorten
Unsere Markierung für die nächsten Stunden
Vom Schild im Vorbeilaufen zur spontanen Idee
Die Idee stammt streng genommen gar nicht von mir! Aber was soll man machen, wenn einem so ein fest installiertes Hinweisschild für einen Rundweg gefühlt hundertmal ins Auge springt und man ins Grübeln kommt? Irgendwann siegt die Neugier und man muss der Sache auf den Grund gehen. Das mit dem Fahrradfahren wird bei mir zwar nichts mehr, aber Laufschuhe funktionieren auf flachen Radwegen schließlich genauso gut.
Formcheck für den JUNUT: Stehvermögen auf flachen Kilometern
Als Vorbereitung auf meinen geplanten Start beim JUNUT (Jurasteig Nonstop Ultra Trail) war diese Distanz ein wichtiger Baustein im Trainingsplan. Wer über 200 Kilometer durch den Oberpfälzer Jura bewältigen will, muss nicht nur Höhenmeter sammeln, sondern auch flache Passagen monoton durchlaufen können. Genau dafür waren diese 47 Kilometer ein ehrlicher Test für Beine und Kopf.
Die Mühle in Penzendorf ist noch in Betrieb
Laufend lernen: Von Getreidemehl, Bronzepulver und Hammerwerken
Dass man beim Laufen ganz nebenbei noch Geschichte aufsaugen kann – sozusagen laufend lernen –, ist für mich ein riesiges Plus. Historisches hat mich schon in der Schulzeit fasziniert. Manch einer mag das befremdlich finden, aber wer entspricht schon dem sogenannten „Normal“? Mir ist jedenfalls noch keiner begegnet.
Obwohl ich in der Region rund um Schwabach und den Landkreis Roth schon seit Jahren unterwegs bin, war mir das Ausmaß der historischen Industriekultur direkt vor unserer Haustür nicht vollkommen bewusst. Entlang der Rednitz, der Schwabach und des alten Ludwig-Donau-Main-Kanals nutzten die Menschen schon früh die Wasserkraft. Die Mühlen waren keineswegs nur zum Mahlen von Getreide da: Sie trieben Sägewerke, Papiermühlen, Drahtziehereien und mächtige Hammerwerke an.
Zwei Stationen sind mir besonders im Gedächtnis geblieben:
Mühle in Penzendorf: Ein echtes Highlight an der Rednitz. Sie wird noch heute aktiv als Getreidemühle betrieben – ein faszinierendes Stück lebendiges Handwerk.
Königshammer: Ursprünglich als Eisen- und Kupferhammer zur Metallverarbeitung genutzt, steht der Standort stellvertretend für die spätere Herstellung von Bronzefarben und die leonische Industrie der Region.
Mein persönliches Learning des Tages: Augen auf beim Laufen!
Die eigentliche Strecke war als Gesamtes ehrlich gesagt recht unspektakulär und stellenweise etwas fad. Auch die Beschilderung wies unterschiedliche Qualitäten auf. Einzelne Punkte der Route werde ich in Zukunft definitiv wieder gezielt ansteuern, aber die gesamte Schleife reizt mich für eine Wiederholung eher weniger.
Auf den letzten vier Kilometern wurde die Kiste dann doch arg zäh. Der Trainingszustand ist für die ganz langen Kanten noch nicht optimal und ich musste gewaltig auf die Zähne beißen, um nicht an Tempo zu verlieren. Dass die Uhr am Ende bei 4:30 Stunden stehen blieb, lag vor allem an der flachen Topografie der Strecke.
Das schönste Detail des Tages
Trotz der zähen Schlusskilometer war der Tag ein absoluter Gewinn: Meine liebe Frau Mareike hat mich nach längerer Zeit einmal wieder auf dem Rad begleitet. Dafür könnte ich sie auf der Stelle küssen! Diese gemeinsame Zeit auf der Strecke war unbezahlbar und das eigentliche Highlight der 47 Kilometer der Mühlen- und Industriegeschichtstour.
Auch in Wendelstein diente das Wasser als Energiespender
GPX-Track & Route zum Nachlaufen
Scanne einfach den QR-Code mit deinem Smartphone, um direkt zur Tour auf Outdooractive zu gelangen und den GPX-Track für deine GPS-Uhr oder Navigations-App herunterzuladen:
PS: Weil sich das Wetter von seiner grauesten Seite zeigte, habe ich bei den Fotos ein wenig an den Reglern gedreht – etwas Aufhübschung hatte dieses Projekt definitiv verdient!