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Explore the Trail – Teil 1: Dietfurt bis Altessing

Auf einen Blick

  • Sonntag, 12. Dezember 2021
  • 40,5 km + 1070 HM
  • 5 h 30 min


„Es gibt keine Ziellinie. Rennen enden, Laufen nicht.“

Dean Karnazes

Exkurs: Was sind der JUNUT und der Jurasteig?

Der JUNUT (Jurasteig Nonstop Ultra Trail) gehört zu den anspruchsvollsten Ultralauf-Events in Süddeutschland. Die Teilnehmer bewältigen die gesamte Strecke des Jurasteigs nonstop – je nach Distanz über 200 Kilometer und mehrere tausend Höhenmeter durch die Hügellandschaft des Bayerischen Jura. Der Jurasteig selbst ist ein rund 237 km langer Qualitätswanderweg im Altmühltal und Oberpfälzer Jura, der sich durch felsige Kalksteinlandschaften, steile Hangwälder, romantische Flusstäler und historische Burgruinen auszeichnet.

Der Weg ist das Ziel: Große Projekte in kleine Häppchen zerlegen

Wie geht man an ein Projekt heran, das auf den ersten Blick schier unbewältigbar wirkt? Ganz einfach: Man zerlegt die gigantische Gesamtdistanz in überschaubare Teilziele und arbeitet sie Punkt für Punkt ab! Genau nach diesem Prinzip gehe ich das Abenteuer JUNUT an.

Heute stand der allererste Schritt auf dem Programm – der Auftakt einer spannenden Erkundungsreihe!

Ein großer, geschmückter Weihnachtsbaum steht vor dem historischen Rathaus in Dietfurt
Startort Dietfurt: ein von mir unterschätztes Kleinod

Die Logistik vor Ort: Zwei Autos gegen das ÖPNV-Vakuum

Wer den Jurasteig in Punkt-zu-Punkt-Etappen erkunden möchte, stößt vor Ort schnell an logistische Grenzen: Ein brauchbarer öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) ist auf diesem Streckenabschnitt leider kaum vorhanden – was extrem schade ist und die Planung ohne eigenen Pkw erheblich erschwert.

Wir haben uns deshalb mit zwei Autos geholfen: Zuerst sind wir gemeinsam nach Altessing gefahren, um das Zielauto dort einzuparken. Anschließend ging es mit dem zweiten Auto zum Startpunkt nach Dietfurt. Nach den absolvierten 40 Kilometern ging es mit dem Zielauto zurück nach Dietfurt, um den Start-Wagen wieder abzuholen. Etwas Fahrerei, aber die einzig stressfreie Lösung!

Kleine Weihnachts- und Schneemann-Figuren sowie ein Strauß blauer Blumen auf einer verschneiten Holzbank
Oberhalb von Gundlfing befindet sich schon ein fast magisch schönes Fleckchen

Kultur & Landschaft: Von der Perle Dietfurt bis ins Altmühltal

Schon der Startort Dietfurt entpuppte sich als absolutes Kleinod, das ich im Vorfeld völlig unterschätzt hatte. Von dort aus führt der Weg hinein in die typische Landschaft des Altmühltals: Steile Kalkfelsen, helle Buchenwälder und immer wieder weite Panoramablicke auf die gewundene Altmühl. Die Vorweihnachtsstimmung, der strahlende Sonnenschein und die leicht gezuckerten Schneereste gaben der Kulisse eine fast schon magische Note.

Blick zwischen zwei großen Felsen auf das verschneite Altmühltal bei Sonnenschein
Immer wenn die Sonne gelacht hat, ist uns das Herz aufgegangen

Naturbesonderheit: Die Klamm bei Riedenburg

Ein Landschaftshighlight und zeitgleich der technisch anspruchsvollste Abschnitt dieser Etappe ist die Klamm bei Riedenburg. Hier führt der Pfad durch ein wildromantisches, enges Felsental mit moosbedeckten Gesteinsformationen und steilen Rängen. Während die Klamm bei trockenem Wetter ein absoluter Genuss-Trail ist, verwandelt sie sich bei Nässe, Laub oder Schnee rasch in eine glatte Rutschpartie. Hier ist volle Konzentration und Trittsicherheit gefordert!

📌 Infobox: Burg Prunn

  • Lage: Spektakulär auf einem steil abfallenden Jurafelsen hoch über der Altmühl zwischen Riedenburg und Essing.
  • Bedeutung: Eine der besterhaltenen Ritterburgen Bayerns aus dem 12. Jahrhundert.
  • Historischer Schatz: 1569 entdeckte Hieronymus Pez dort die „Prunner Codex“-Handschrift des Nibelungenlieds.
  • Trail-Faktor: Der Jurasteig führt unterhalb bzw. seitlich an der gewaltigen Felswand vorbei und bietet fantastische Fotoperspektiven auf das Bauwerk.

Thorsten in Laufkleidung sitzt im Wald und beißt scherzhaft in einen noch verpackten Riegel
Das Essen üben wir noch – Verpackung schmeckt nicht so gut

Höhenmeter satt: Ein ständiges Auf und Ab

Oberhalb von Gundlfing trafen wir auf ein fast schon magisches Fleckchen Natur. Was man auf dieser Etappe allerdings definitiv mitbringen muss, ist eine Vorliebe für Höhenmeter. Flache Streckenabschnitte gab es auf diesen 40,5 Kilometern schlichtweg nicht – es ging im Grunde ununterbrochen sanft bis knackig bergauf und bergab. Am Ende standen stattliche 1.070 Höhenmeter auf der Uhr.

Selbstvertrauen zurückholen und Verpflegung optimieren

Ehrlicherweise muss ich zugeben: Das tiefsitzende Selbstvertrauen für solch lange Kanten ist mir in den vergangenen zwei Corona-Jahren etwas abhandengekommen. Aber Aufgeben ist keine Option! Ich nehme die Herausforderung an und arbeite Schritt für Schritt an meiner Form.

Auch beim Thema Verpflegung gibt es noch Luft nach oben – Stichwort: „Das Essen üben wir noch – Verpackung schmeckt nicht so gut!“ 😉

Ausblick & Vorfreude auf die nächsten Etappen

Die Motivation ist riesig, nicht zuletzt wegen der besten Laufgesellschaft: Mein guter Freund Andy war heute bereits mit von der Partie und wird das Event ebenfalls in Angriff nehmen. Da auch der liebe Ingo wieder mit am Start ist, ist für beste Stimmung auf den kommenden Vorbereitungsetappen garantiert!

Euer Thorsten

Zwei lächelnde Trailrunner im Laufoutfit machen nach dem Lauf ein Selfie auf einem geteerten Weg
Andy und meine Wenigkeit nach dem Lauf – die Stimmung haben wir schon drauf

STRAVA

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