Die großen oder kleinen Schönheiten begegnen uns schließlich nicht nur beim absoluten Saison-Highlight, dem einen wichtigen Wettkampf oder dem ganz außergewöhnlichen Mammut-Projekt. Nein, viel öfter warten sie direkt neben uns, am staubigen Wegesrand oder im unscheinbaren Waldstück, einfach nur darauf, von uns entdeckt zu werden. Man muss nur die Augen dafür öffnen.
Verliere dein Geheimnis nicht vor mir,
Ich bitte dich, verbirg mir deine Reize,
Und wenn ich sehnlich nach Erkenntnis geize,
So schweige sphinxhaft meiner Wissbegier.
Erkennen heisst, ich hab‘ es längst erkannt,
Die Welt in seine armen Grenzen pferchen;
Du lehre mich aus deinen hundert Lerchen,
Dass deine Schönheit kein Verstand umspannt.
„An eine Landschaft“ von Christian Morgenstern

