Vorwort
- Samstag, 6. Mai 2023
- 10 km
- 46 min 28 sec
Wohin das Auge dringt, Ist Schuld und Leiden, Und was der Zeitlauf bringt Ist Fliehn und Scheiden. Dazwischen hat der Traum Von Glück und Liebe, Nur noch so viel an Raum, Daß er zerstiebe.„Weltlauf“ von Hieronymus Lorm
Der Rückblick
46 Minuten und 28 Sekunden. Wenn ich ehrlich zu mir bin, ist das für meine Verhältnisse absolut keine schnelle Zeit auf 10 Kilometer. Aber wisst ihr was? Das war mir an diesem Samstag sowas von egal. Denn manchmal geht es beim Laufen um so viel mehr als nur um Sekunden und Platzierungen.
Der Veranstalter hat hier wirklich einen im positiven Sinne klassischen Volks- und Dorflauf auf die Beine gestellt. Die Strecke? Ein abwechslungsreicher, aber verdammt knackiger 4-Runden-Kurs rund um das Sportgelände. Der ständige Wechsel zwischen Asphalt und Schotter hat richtig Laune gemacht, auch wenn der fiese, leicht wellige Verlauf ordentlich Körner gekostet hat. Besonders der knackige Anstieg am Ende jeder einzelnen Runde hatte es in sich und hat die Waden so richtig zum Brennen gebracht! Aber die Organisation war einfach top: Die Zuschauer am Streckenrand haben uns mit ihrer grandiosen Stimmung regelrecht nach vorne gepeitscht, überall spürte man die Liebe zum Sport, und durch die 5-km-Läufer und Staffeln war die Strecke voller Leben. Ein kleiner, aber unglaublich schöner Lauf mit echter Dorflauf-Seele!
Für mich war all das diesmal aber eigentlich nur Nebensache. Aus privaten Gründen brauchte ich diesen Tag einfach für meine Seele. Ich musste dringend raus aus den eigenen vier Wänden, den Kopf frei bekommen, die Lungen mit frischer Luft füllen und einfach mal auf andere Gedanken kommen.
Und genau dieses Ziel habe ich erreicht. Als ich die Ziellinie überquert habe, fiel eine Last von mir ab – und das Gefühl war am Ende sogar ein klitzekleines bisschen besser, als ich es vor dem Start befürchtet hatte. Manchmal muss man eben einfach nur laufen.
Euer Thorsten

