Vorgeschichte
- Samstag, 7. Mai 2022
- 46 km + 2000 HM
- 6 h 57 min
"Wer etwas will, der findet Wege. Wer etwas nicht will, der findet Gründe."
Götz Werner
Seit Corona wollen die gewohnten Leistungen einfach nicht mehr so recht passen. Ich bin spürbar langsamer geworden, und auch der Kopf arbeitet auf den langen Kanten nicht mehr ganz so zuverlässig, wie ich es über Jahre hinweg gewohnt war.
Kopf in den Sand stecken? Wäre natürlich eine Option – allerdings bin ich kein Strauß und würde in dieser Haltung vermutlich noch seltsamer aussehen!
Was also hilft wirklich? Ganz einfach: ohne jeglichen Leistungsdruck die doppelte 8 laufen, gehen, schlendern – sucht euch das passende Verb einfach selbst aus. Für mich war dieser Tag eine wunderbare Gelegenheit, schlichtweg die reine Freude am Trailrunning zu genießen und mir die Begeisterung am Laufen Stück für Stück zurückzuholen.


Traumwetter, beste Gesellschaft und die Macht der Ruhe
Schon vom Start weg gesellten sich Gerhard und Frank an meine Seite. Wir quatschten ununterbrochen über Gott und die Welt. Unter Läufern lassen sich selbst die kompliziertesten Themen wunderbar unkompliziert besprechen. Aber wie heißt es so schön? Was auf dem Trail besprochen wird, bleibt auf dem Trail!
Der Wonne-Monat Mai bescherte uns traumhaft warmes Frühlingswetter und Sonnenschein pur. Es war ein absoluter Genuss: Runde um Runde flog dahin, und unser eingespieltes Trio hielt eisern zusammen.
Erst in der vierten und letzten Schleife musste und wollte Frank abreißelassen. Dafür schlossen sich uns ein paar neue Mitstreiter an, die eigentlich ein höheres Grundtempo draufhatten, allerdings unfreiwillig etwas mehr Zeit mit der lokalen Orientierung verbracht hatten.
Gerhard zeigte zu diesem Zeitpunkt eine bärenstarke Leistung und steuerte zielstrebig auf eine Endzeit von unter sieben Stunden zu. Ich blieb an seinen Fersen kleben. Die berüchtigte zweite Südschleife – normalerweise der Garant für ein stehendes K.O. – lief diesmal um ein Vielfaches leichter und lockerer als bei meinen vier vorherigen Teilnahmen. Das nehme ich als wertvolle Lehre für kommende Trails mit: Starte verdammt ruhig, um hinten raus gleichmäßig durchzuziehen!



Flug ins Ziel und pure Dankbarkeit
Auf dem letzten Downhill zogen wir das Tempo noch einmal spürbar an, flogen förmlich hinab Richtung Pommelsbrunn und steuerten direkt auf das ersehnte Ziel am Parkplatz zu.
Was soll ich zu diesem Tag sagen?
- Zur Zeit: Es wurde meine zweitschnellste Zeit überhaupt auf dieser Strecke – und das ganz ohne das Gefühl, am Ende völlig ausgelaugt zu sein!
- Zu den Menschen: Nettere, aufrichtigere Gesprächspartner hätte ich mir auf dem Trail nicht wünschen können.
- Zum Drumherum: Die Stunde nach dem Finish, das Verweilen am Ziel und die vielen Gespräche im Zielbereich waren schlichtweg unbezahlbar.
Dieser Tag hat der Läuferseele unglaublich gutgetan. Danke dafür!
Euer Thorsten


