Auf einen Blick
- Sonntag, 14. November 2021
- 53 km + 1300 HM
- 7 h 2 min
- Platz 4 Gesamt, Platz 1 AK
„Die Natur muss gefühlt werden.“
Alexander von Humboldt
📌 Infobox: Die „Run Fellows“ & der RWUT
- Was bedeutet RWUT? Die Abkürzung steht für Run Fellows Wiesent Ultra Trail.
- Wer steckt dahinter? Ein leidenschaftliche Verbund von Läufern bzw. die Community rund um die Organisatoren Christian und Petra aus Wiesent.
- Die Philosophie: Die Run Fellows veranstalten unkommerzielle Test- und Einladungsläufe im Vorderen Bayerischen Wald. Hier stehen nicht der maximale Profit oder riesige Starterfelder im Vordergrund, sondern die gemeinsame Liebe zum Trailrunning, perfekt ausgekundschaftete Strecken abseits bekannter Pfade und eine Herzlichkeit an den Verpflegungspunkten, die bemerkenswert ist.
Der Zauber von Einladungsläufen: Aus Liebe zum Trailrunning
Was macht eigentlich den besonderen Reiz eines sogenannten Einladungslaufs aus? Ganz einfach: Es ist die pure, unverfälschte Faszination am Laufen. Keine Zielbögen von Großsponsoren, kein Getöse im Startbereich, kein Gedränge an den Verpflegungsständen. Stattdessen treffen sich gleichgesinnte Trailrunner und Ultraläufer auf Einladung engagierter Streckentester, um gemeinsam neue Pfade zu erkunden.
Wenn die lieben Menschen Christian und Petra zu so einem kleinen Herzblut-Event ins schöne Wiesent bei Regensburg bitten, gibt es für mich deshalb nur eine richtige Antwort: Zusagen! Ist das schon ein Sprachfehler oder einfach die unheilbare Passion fürs Trailrunning?
Samstag, direkt nach der Arbeit, ging es hinüber in die schöne Oberpfalz. Der Lohn für die Anreise: Eine köstliche Portion hausgemachte Lasagne in bester Gesellschaft, tolle Gespräche und ein gemütliches Dach über dem Kopf für die Nacht.
PS: Einladungsläufe gibt es auch im schönen Franken: der Pommel2K
Plätschernde Gewässer & Naturschutz: Wiesent und das romantische Höllbachtal
Der RWUT nahm uns mit auf 53 wunderschöne Kilometer voller Abwechslung. Die Strecke führte uns unter anderem entlang des namensgebenden Flusses Wiesent, der sich malerisch durch die hügelige Landschaft schlängelt.
Ein absolutes Natur-Highlight war die Passage entlang des Höllbachs. Das naturbelassene Höllbachtal (auch als Naturschutzgebiet „Hölle“ bekannt) beeindruckt mit seinen wildromantischen Uferzonen, moosbedeckten Granit-Blockmeeren und sprudelnden Kaskaden. Wer hier durchläuft, spürt die unberührte Kraft der Natur auf jedem Schritt – ein echtes Privileg für jeden Trailrunner.

Burgen, Seen und Höhenmeter: Von Brennberg bis zum Hermannsberg
Die Strecke war zu keinem Zeitpunkt langweilig und überraschte alle paar Kilometer mit einer völlig neuen Charakteristik und kulturellen Schätzen:
- Burgruine oberhalb von Brennberg: Hoch auf den Felsen thronend, boten die historischen Gemäuer der Ruine Brennberg eine fast schon mystische Kulisse im Herbstlicht.
- Burgruine Falkenstein: Die imposante Burganlage oberhalb von Falkenstein haben wir auf wunderbaren Pfaden umrundet. Auch ohne den direkten Burgaufstieg war der Blick von unten auf die mächtigen Granitfelsen und Festungsmauern grandios.
- Stausee Rettenbach: Ein weiteres Landschafts-Juwel auf der Route. Das ruhige Gewässer des Speichersees spiegelte die winterliche Herbststimmung perfekt wider und sorgte für einen flüssigen Löffel Trail-Flow am Ufer.
- Der Hermannsberg: Hier hieß es noch einmal Zähne zusammenbeißen! Der Anstieg über den Hermannsberg forderte die Oberschenkel und trieb die Höhenmetersumme ein weiteres Mal in die Höhe.

Equipment-Tipp: Die richtige Schuhwahl für nasse November-Trails
Bei wechselndem Untergrund aus feuchtem Laub, rutschigen Granitsteinen, Matsch und Asphalt-Verbindungsstücken ist das richtige Schuhwerk Gold wert. Meine absolute Empfehlung für solche Kanten ist ein richtiger, griffiger Trailschuh mit ausreichend Dämpfung. Ich hatte heute den Hoka Mafate Speed 3 im Einsatz. Mit seiner aggressiven Vibram-Sohle bot er mir selbst auf den glattesten Höllbach-Felsen bombenfesten Grip, während die Dämpfung die Beine über die 53 Kilometer wirkungsvoll schonte.

Männer-Talk im Trio & Hammergeile VPs
Dass der Tag so richtig rund wurde, lag einmal mehr an der fantastischen Laufgesellschaft: Zusammen mit Ingo und Frank durfte ich die gesamte Distanz als Trio absolvieren. Stundenlanges Quatschen inklusive! Falls manche Frauen es nicht glauben wollen – hier kommt die offizielle Bestätigung: Männer können beim Laufen definitiv unglaublich viel reden…
Ein weiteres Riesen-Lob gebührt dem Streckenchef persönlich und dem VP-Team: Was an den Verpflegungspunkten aufgetischt wurde, war schlichtweg hammergeil und ließ keine Wünsche offen.

Gemeinsamer Zieleinlauf & Dankeschön
Eigentlich lichtete sich der Nebel erst am Nachmittag langsam – mehr Sonnenschein wäre natürlich toll gewesen, aber das ist Meckern auf hohem Niveau.
Die Top-5-Platzierung (Platz 4 Gesamt, Platz 1 AK) war am Ende nur eine nette Zugabe. Das Ergebnis trat völlig in den Hintergrund, weil wir die 53 Kilometer von der ersten bis zur letzten Minute gemeinsam genossen haben. Wir sind bewusst zu dritt über die Ziellinie gelaufen und haben uns auf demselben Platz werten lassen.
Lieber Christian, liebe Petra: Eure Testveranstaltung hat mich auf ganzer Linie überzeugt! Alle Daumen hoch und ganz viele Kudos für eure riesige Mühe – dieser Ausflug hat sich mehr als gelohnt.
Euer Thorsten


