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Winterlicher Ausflug auf die Wülzburg bei Weißenburg

Vorwort

  • Samstag, 28. Januar 2023
  • 13 km + 400 HM
  • 3 h 33 min
  • Rundwanderweg

Anspruch

Überwiegend einfache, teils asphaltierte Waldwege. Der Abstieg von der Wülzburg über einen unmarkierten Pfad ist steil und erfordert – besonders bei Schnee und Eis – eine gute Portion Trittsicherheit.

Die Kombination aus der historischen Altstadt von Weißenburg, der beeindruckenden Festungsanlage Wülzburg und dem markanten Bismarckturm macht diese Rundwanderung extrem abwechslungsreich. Wer unterwegs einkehren möchte, hat in der lebendigen Weißenburger Altstadt die besten Chancen. Die Gaststätte im Innenhof der Wülzburg hatte bei unserem Ausflug leider geschlossen, und auch die Einkehrmöglichkeit kurz vor dem Bismarckturm sollte man vorab prüfen.

Start an der Stadtmauer: Geschichte auf Schritt und Tritt

Es ist Januar. Das Thermometer kratzt am Gefrierpunkt, aber es ist trocken und windstill – bestes Wetter also für eine ausgiebige Winterwanderung. Auch wenn das typisch deutsche Winter-Grau die Stimmung nicht gerade anheizt, hält uns das nicht auf. Wir starten am kostenfreien (!) Parkhaus am Rande der Altstadt von Weißenburg und folgen zunächst der imposanten, mittelalterlichen Stadtmauer.

Weißenburg liegt zwar abseits der großen Autobahnen, glänzt aber mit einer faszinierenden historischen Bausubstanz. Wer noch tiefer in die Geschichte eintauchen will: Die Region ist eng mit dem Limes und dem Imperium Romanum verknüpft; ein nachgebautes Römerlager befindet sich ganz in der Nähe. Die Dimensionen der alten Stadtmauer lassen schnell erahnen, welche Bedeutung dieser Ort einst hatte. Heute ist es eine charmante Kreisstadt im Herzen Bayerns.

Der Aufstieg zur Festung Wülzburg

Wir lassen die Stadt hinter uns und wandern auf asphaltierten Wegen Richtung Osten. Vor uns liegt der erste von zwei nennenswerten Anstiegen des Tages. Sobald wir in den Wald eintauchen, zieht die Steigung an. Über Stufen geht es knackig bergauf, bis plötzlich die Wülzburg vor uns aufragt.

Wer hier eine klassische, romantische Ritterburg erwartet, wird überrascht sein. Die Anlage stammt aus dem 18. und 19. Jahrhundert – einer Ära, in der bereits mit modernen Kanonen gekämpft wurde. Statt Schießscharten dominieren hier massiv angeschrägte Mauern und ein sternförmiger, rein zweckdienlicher Grundriss. Ein extrem beeindruckendes Bauwerk, wie man es in Franken aufgrund der militärhistorischen Entwicklung eher selten findet.

Nach einer Runde um die Festungsmauern – bei der wir den eisigen Ausblick genossen haben (im Sommer laden hier tolle Bänke zum Verweilen ein) – wählen wir einen unmarkierten Weg für den Abstieg. Der frisch gefallene Schnee verwandelt den steilen Pfad prompt in eine Rutschpartie. Mareike und mir macht das im Tippelschritt riesigen Spaß, aber die Routenführung von Komoot erfordert hier definitiv Konzentration und ist nicht jedermanns Sache.

Holztafel mit dem Hinweis auf den Wülzburger Weg hinauf auf die Festung Wülzburg

Über den Bismarckturm zurück nach Weißenburg

Wieder auf festem Boden steuern wir das zweite Etappenziel an: den Bismarckturm. Diesmal bleiben wir auf dem offiziellen Wanderweg und stapfen gemütlich, aber stetig bergauf durch den Winterwald. Der Aussichtsturm wurde zu Ehren des geschichtsträchtigen Reichskanzlers Otto von Bismarck errichtet – eine bis heute streitbare, aber unbestreitbar prägende Figur der deutschen Geschichte.

Der Turm selbst wirkt aus der Nähe eher abweisend und schmucklos, auch wenn die Aussicht über die innenliegende Wendeltreppe bei klarer Fernsicht sicher fantastisch ist.

Für uns ist es Zeit für den Rückweg. Der Wanderweg führt uns auf originelle Weise mitten durch eine Kleingartenkolonie, bevor wir wieder die Altstadt von Weißenburg erreichen. Nach gut 13 Kilometern in den Beinen lassen wir den Tag bei einem gemütlichen, warmen Essen ausklingen.

Euer Thorsten

Thorsten und Mareike am Parkhaus
Für heute ist es genug Winter gewesen

STRAVA

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