Vorwort
- Samstag, 11. März 2023
- 72,5 km + 260 HM
- 11 h 37 min
O Fluß, mein Fluß in Morgenstrahl!
Empfange nun, Empfange
Den sehnsuchtsvollen Leib einmal
Und küsse Brust und Wange!
– Er fühlt mit Liebesschauerlust
Und jauchzendem Gesange.Es schlüpft der goldne Sonnenschein
In Tropfen an mir nieder,
Die Woge wieget aus und ein
Die hingegebnen Glieder;
Die Arme hab ich ausgespannt,
Sie kommt auf mich herzugerannt,
Sie faßt und läßt mich wieder.Du murmelst so, mein Fluß, warum?
Du trägst seit alten Tagen
Ein seltsam Märchen mit dir um
Und mühst dich, es zu sagen;
Du eilst so sehr und läufst so sehr,
Als müßtest du im Land umher,
Man weiß nicht wen, drum fragen.Der Himmel, blau und kinderrein,
Worin die Wellen singen,
Der Himmel ist die Seele dein;
O laß mich ihn durchdringen!
Ich tauche mich mit Geist und Sinn
Durch die vertiefte Bläue hin
Und kann sie nicht erschwingen!Was ist so tief, so tief wie sie?
Die Liebe nur alleine.
Sie wird nicht satt und sättigt nie
Mit ihrem Wechselscheine.
– Schwill an, mein Fluß, und hebe dich!
Mit Grausen übergieße mich!
Mein Lieben um des deine!Du weisest schmeichelnd mich zurück
Zu deiner Blumenschwelle.
So trage denn allein dein Glück
Und wieg auf deiner Welle
Der Sonne Pracht, des Mondes Ruh.
Nach tausend Irren kehrest du
Zur ewg′en Mutterquelle!
„Mein Fluß“ von Eduard Mörike
Flusslaufen – die Fränkische Rezat
Mit meinem Mann für alle Fälle, dem legendären und einzigartigen Flo Mockermann, oder wie er sich im Moment halt so nennt, lässt sich solch ein Projekt – Flusslaufen doch einfach mit der besonderen Note umsetzen. Eis und Steaks aus dem Automaten in Wassermungenau, türkische Süßigkeiten und Kaffee in Windsbach, ein schnelles Bier in der Pflugsmühle, ein LKW ohne ABS im eigentlich geschlossenen Supermarkt in Lichtenau (inkl. fränkische Höflichkeit in Reinkultur – er meint es nicht böse, klingt aber patzig), Bratwurstgehäckbrot mit Bier und Schnaps in Spalt.









Ja, so wird aus einem Lauf ein Erlebnis. Aus einem sportlichen Ereignis ein unwiderstehliches Gesamtpaket. Der Lauf selber? So kurz vor dem JUNUT stimmt die Form und die 72 km von Oberdachstetten nach Georgensgmünd liefen ohne Kampf und wären im Zweifelsfall ohne Pausen und mit leicht höherem Tempo gegangen – dann aber halt im Wettkampfmodus. Passt also.








Die Strecke war über weite Abschnitte von Bahngleisen und Straßen begleitet, also wenig idyllisch und schön. Hilft aber alles nichts, der Fluss fließt nun einmal so. Im Vergleich dazu erscheint die Schwäbische Rezat viel naturbelassener und aus Läufersicht schöner! Und über die wahnsinnig schöne Rezatquelle brauchen wir kein Wort verlieren. Wenigstens war sie gut auffindbar und beschildert.
Euer Thorsten








[…] nach Georgensgmünd! Genau dort, wo die Schwäbische Rezat auf ihre etwas längere Schwester, die Fränkische Rezat, trifft, machen die beiden Ernst. Statt als gemütliche Plauderbäche weiterzufließen, fusionieren […]