„Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.“
— Augustinus Aurelius
Über Stock, Stein und 42 Kilometer Willenskraft nach Hochstahl
Wer behauptet eigentlich, dass man für ein forderndes Gebirgsabenteuer zwingend in die Alpen reisen muss? Die Fränkische Schweiz hat da ein Wörtchen mitzureden. Genauer gesagt: 43,7 Kilometer und knackige 1030 Höhenmeter auf der zweiten Etappe des Fränkischen Gebirgswegs. Unser Tagesziel hieß Hochstahl – ein Ort, der für gewisse Läufer im Grunde das gelobte Land darstellt, weil dort die höchste Brauereidichte weltweit nicht mehr weit ist. Aber vor dem Hopfen-Elektrolytgetränk stand erst einmal die sportliche Arbeit.










Unser Startschuss fiel im beschaulichen Pegnitz. Von dort aus ging es direkt hinein in ein Postkarten-Idyll aus dichten Wäldern, schroffen Kalksteinfelsen und Wegen, die das Prädikat „wurzlig“ mehr als verdient haben. Für eine Trailrunning-Truppe wie uns ist das natürlich kein Hindernis, sondern ein riesiger Spielplatz. Während normale Wanderer hier andächtig die Natur genießen, schalteten wir in den Slalom-Modus.
Die Pegnitz entspringt im gleichnamigen Ort Pegnitz am östlichen Rand der Fränkischen Schweiz und schlängelt sich über rund 113 Kilometer durch die Täler der Hersbrucker Alb und den Nürnberger Raum. In Fürth vereint sie sich mit der Rednitz zur Regnitz. Historisch bildete das stetige Gefälle der Pegnitz eine Lebensader für die frühe Industrialisierung: Ihre Wasserkraft trieb über Jahrhunderte zahlreiche Mühlen, Hammerwerke und Drahtziehereien an. Heute prägt das Flussbett geschützte Auenlandschaften und dient als malerische Kulisse für historische Lauf- und Wanderwege der Region.










Die Fränkische Schweiz zeigte sich von ihrer besten Seite: steile Anstiege, die den Waden umgehend mitteilen, warum das Ding „Gebirgsweg“ heißt, gefolgt von rasanten Downhills, bei denen man besser nicht über die nächste Brotzeit nachdenken sollte, wenn man die Balance behalten will. Unterwegs passierten wir beeindruckende Felsformationen und Täler, die so spektakulär aussehen, als hätte ein Hollywood-Regisseur sie für einen Fantasy-Film designt.











Nach gut sieben Stunden feinstem Trail-Spektakel, brennenden Muskeln und einer Menge Läufer-Latein kam Hochstahl endlich in Sicht. Das Fazit dieser Etappe? Der Fränkische Gebirgsweg verlangt einem manches ab, schenkt einem dafür aber auch Trails, von denen man noch wochenlang träumt. Wer braucht schon die Zugspitze, wenn er die Fränkische Schweiz im Laufschritt erobern kann? 😉
Euer Thorsten
In Hochstahl (Gemeinde Aufseß) verwöhnt die traditionsreiche Brauerei Reichold seit Generationen Wanderer und Trailrunner mit fränkischer Braukunst und deftiger Landküche. Der familiengeführte Brauereigasthof ist eine zentrale Station auf dem berühmten Aufseßer Brauereienweg, der der Gemeinde mit ihren vier Braustätten bei rund 1.300 Einwohnern einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde für die höchste Brauereidichte der Welt einbrachte. Spezialitäten des Hauses wie das süffige, unfiltrierte Zwickelbier oder das dunkle Landbier dienen Sportlern am Ende der 2. Etappe des Fränkischen Gebirgswegs als geschätzter kulinarischer Zielhafen.
📌 Projekt-Kontext: Dieser Beitrag ist Teil unseres Projekts Fränkischer Gebirgsweg und gehört zu den vielfältigen Abenteuern rund um den Morgenspaziergang. Eine Gesamtübersicht aller absolvierten Etappen und Berichte, findest du auf unserer zentralen Übersichtsseite: ☛ Fränkischer Gebirgsweg
📌 Projekt-Kontext: Dieser Beitrag ist Teil der vielfältigen Aktivitäten rund um den Morgenspaziergang. Eine Gesamtübersicht aller unserer Ausflüge und Touren findest du hier: ☛ Morgenspaziergang
📌 Projekt-Kontext: Dieser Beitrag ist Teil des Projekts FAV-Wanderwege erleben. Eine Gesamtübersicht aller bereits absolvierten Wegenetze, Etappen, interaktiven Karten und GPX-Tracks findest du auf folgender Seite: Link











[…] von insgesamt vier Ultras an vier aufeinanderfolgenden Samstagen an. Vor allem die Läufe drei und vier liegen mir besonders am Herzen, und die wollte ich auf keinen Fall […]
[…] irgendwann immer – egal wie gut die Form ist. Auf der Rückfahrt wurden bereits die Pläne für die zweite Etappe geschmiedet, bevor sich alle müde, aber glücklich […]