Vorwort
- Ostermontag, 18. April 2022
- 3 h 31 min
- 30,7 km + 405 HM
„Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, selbst wenn er stirbt“
Johannes 11,25
Die Idee
Manche meiner Laufideen brauchen immer etwas länger, bis sie schlussendlich in die Tat umgesetzt werden. So auch diese. Aber immerhin vergingen diesmal nicht gleich Jahre, wie es damals beim Paul-Pfinzing-Weg der Fall war!
Schon vor einigen Monaten entstand der Gedanke, einmal alle christlichen Kirchengebäude in unserer Heimatstadt Schwabach – der kleinsten kreisfreien Stadt Bayerns – in einer einzigen zusammenhängenden Laufroute zu verbinden. Das Ziel: Die erstaunliche Vielzahl und architektonische Vielfalt der Gotteshäuser auf solch kompakter Fläche im wahrsten Sinne des Wortes zu erlaufen.
Nachdem die Strecke schon seit geraumer Zeit fertig auf der Uhr geplant war und lediglich die Umsetzung auf sich warten ließ, bot das Osterfest den perfekten Rahmen. Die bedeutendsten Tage im christlichen Kalender – das Gedenken an Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi – passten thematisch wie die Faust aufs Auge. Mit einem absoluten Traumwetter und einem verpflichtungsfreien Ostermorgen stand der Premiere nichts mehr im Wege: der Osterlauf!






Bunte Frühlingsgrüße: Die fränkischen Osterbrunnen an der Strecke
Ein wunderbarer Nebeneffekt eines Osterlaufs in unserer Region: Zur Osterzeit putzt sich Franken traditionell heraus. Der Brauch der Osterbrunnen hat in der Fränkischen Schweiz und den umliegenden Landkreisen eine lange Geschichte und ist in den Tagen rund um das Fest aus dem Ortsbild nicht wegzudenken. Ursprünglich als Zeichen der Dankbarkeit für das überlebenswichtige Wasser in den karstigen, wasserarmen Hochflächen entstanden, werden die Brunnen seit Anfang des 20. Jahrhunderts mit tausenden bunt bemalten Ostereiern, Fichten- oder Buchsbaumgirlanden und leuchtenden Bändern geschmückt.
Auch auf meiner Laufrunde durch Schwabach und die angrenzenden Ortsteile kam ich an mehreren liebevoll verzierten Brunnen vorbei. Das frische Grün und das farbenfrohe Farbenspiel im Morgenschein gaben der ohnehin schon friedlichen Osterstimmung auf den Straßen noch einmal eine ganz besondere, Heimat verbundene Note!






Historische Übersicht: Die angelaufenen Kirchen Schwabachs
Damit ihr eine Vorstellung davon bekommt, welche historischen Schätze und architektonischen Besonderheiten auf der Route lagen, hier die wichtigsten Stationen der evangelisch-lutherischen und römisch-katholischen Kirche im Überblick:
Evangelisch-Lutherische Dekanats- und Stadtkirchen
- Stadtkirche St. Johannes der Täufer und St. Martin (Königsplatz): Das unbestrittene Wahrzeichen Schwabachs. Der spätgotische Hallenbau wurde zwischen 1410 und 1495 errichtet. Absolutes Highlight im Inneren ist der weltberühmte Schwabacher Hochaltar aus der Werkstatt von Michael Wohlgemuth (dem Lehrer Albrecht Dürers) mit seinen reichlich verwendeten Schwabacher Blattgold-Verzierungen.
- Spitalkirche St. Anthony (Spitalberg): Ursprünglich im 14. Jahrhundert als Teil des Heiligen-Geist-Spitals erbaut. Nach Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche im barocken Stil wiederaufgebaut und strahlt eine ganz besondere, intime Atmosphäre mitten in der Altstadt aus.
- Dreieinigkeitskirche (Vogelherd): Ein modernerer Sakralbau aus der Nachkriegszeit (eingeweiht 1953), der für den rasch wachsenden Stadtteil im Osten Schwabachs errichtet wurde und klare, schlichte Architekturformen zeigt.
- Evangelische Kirchen in den Ortsteilen:
- Christuskirche (Wolkersdorf): Die ev.-luth. Pfarrkirche im beliebten Schwabacher Ortsteil Wolkersdorf wurde im Juni 1960 eingeweiht. Der moderne Sakralbau zeichnet sich durch seinen schlichten, hellem Kirchenraum und den freistehenden Glockenturm (Campanile) aus. Sie bildet das evangelische Zentrum im Norden Schwabachs.
- Dörfliche Kirchenstrukturen: Die historischen Kirchenkomplexe in Unterreichenbach (St. Jacobus) und Penzendorf, deren Ursprünge oft bis in das späte Mittelalter reichen, sowie die Nahversorgung in den angrenzenden Gemeinden (wie Schwarzenlohe/Regelsbach) dokumentieren eindrucksvoll die früheren dörflichen Strukturen rund um das Schwabacher Stadtgebiet.






Römisch-Katholische Pfarrkirchen
- Stadtpfarrkirche St. Sebald (Ludwigstraße): Nachdem Schwabach im Zuge der Reformation 1528 evangelisch wurde, dauerte es bis ins 19. Jahrhundert, ehe wieder ein katholisches Gotteshause entstand. Die neugotische Hallenkirche St. Sebald wurde 1850 eingeweiht und ist das historische Zentrum des katholischen Lebens in der Stadt.
- Kirche St. Peter und Paul (Eichwasen): Der markante, moderne Beton- und Ziegelbau entstand 1968 für die stetig gewachsene katholische Gemeinde im Stadtteil Eichwasen und steht exemplarisch für die Sakralarchitektur der späten 1960er-Jahre.
- Kirche Heilige Familie (Katzwang/Limbach-Grenzbereich): Ein prägender Bau aus der Mitte des 20. Jahrhunderts, der das katholische Leben in den nord-westlichen Stadtteilen bündelt.


Ein rundum gelungener Ostermorgen, der sportliche Herausforderung mit regionaler Kulturgeschichte und Besinnlichkeit verbunden hat!
Euer Thorsten


