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31. Citylauf Schwabach – mit einem Grinsen im Gesicht

Hier an der Bergeshalde
Verstummet ganz der Wind;
Die Zweige hängen nieder,
Darunter sitzt das Kind.
Sie sitzt in Thymiane,
Sie sitzt in lauter Duft;
Die blauen Fliegen summen
Und blitzen durch die Luft.
Es steht der Wald so schweigend,
Sie schaut so klug darein;
Um ihre braunen Locken
Hinfließt der Sonnenschein.
Der Kuckuck lacht von ferne,
Es geht mir durch den Sinn:
Sie hat die goldnen Augen
Der Waldeskönigin.

— Theodor Storm („Im Walde“)

Auf einen Blick
DatumSonntag, 6. Oktober 2024
Strecke21,1 km (Halbmarathon)
Höhenmeter+180 HM
Dauer1 Std. 38 Min. 9 Sek.
BegleitungMel (im Ziel/Support)
Ausrüstung/CharakterStraßenlaufschuhe, hügeliger Rundkurs, Pflaster-Passagen, Platz 11 von 29 AK

Vorwort & Heimspiel vor der Haustür

Sonntag, 6. Oktober 2024. Nach den langen Kanten und dem schweißtreibenden Sommer-Intermezzo beim 22. Rother Kirchweihlauf stand auf meiner persönlichen Liste „Ausflug auf kürzere Strecken“ noch ein ganz besonderes Highlight an: Der Halbmarathon in Schwabach – praktisch direkt vor meiner eigenen Haustür.

Die Zeiten von früher kann ich aktuell nicht mehr laufen, bzw. noch nicht wieder laufen – aber abwarten… Wer mich kennt, weiß, dass der Weg das Ziel ist und die Freude an der reinen Bewegung an der frischen Luft sowie die Dankbarkeit für jeden schmerzfreien Schritt immer an erster Stelle stehen. Dennoch kitzelt ein Wettkampf in der Heimatstadt natürlich eine ganz eigene Motivation heraus.

Infobox: Die Goldschlägerstadt Schwabach & Der Königsplatz

Schwabach ist weltweit bekannt für seine jahrhundertealte Tradition der Blattgoldherstellung. Bis heute wird in der kleinsten kreisfreien Stadt Bayerns echtes Blattgold geschlagen, das unter anderem den Rathausturm sowie weltberühmte Bauwerke verziert. Der historische Königsplatz mit seinen charakteristischen Fachwerkgebäuden, dem Schöne-Brunnen-Ensemble und den gepflasterten Altstadtgassen bildet die spektakuläre Kulisse für den Start- und Zielbereich des jährlichen Citylaufs.

Pacing-Taktik & Vorüberlegungen

Mit der Vorleistung von 46 min über 10 km in Roth begann ich die Überlegungen zu einer möglichen Zielzeit für das Schwabacher Rennen. Bei kühleren Bedingungen wären in Roth vermutlich auch 45 min herausgepurzelt, weshalb ich mit einer Endzeit über den durchaus hügeligen und anspruchsvollen Halbmarathon-Kurs von 1:40 bis 1:42 rechnete.

Der Gedanke, das Rennen taktisch klug anzugehen, verlangte Disziplin: Auf den ersten Metern nicht von der mitreißenden Stimmung auf dem Königsplatz mitreißen lassen, sondern stoisch den eigenen Rhythmus finden.

Infobox: Geologie & Topografie – Die hügelige Kulturlandschaft des Rednitztals

Das Umland von Schwabach wird geologisch von den Sandstein-Formation des Mittleren Keupers (Burgsandstein) geprägt. Während die Flussauen der Rednitz und Schwabach flache Abschnitte bieten, sorgen die leichten Erhebungen im Süden und Westen der Stadt für sanft geschwungene, aber spürbare Anstiege. Die insgesamt 180 Höhenmeter des Schwabacher Halbmarathons resultieren aus diesen Rhythmuswechseln zwischen Flusstal und Hügelkette.

Das Rennen: Rhythmus, Hügel & Spiel mit dem Tempo

Angelaufen wurde dann auch konsequent auf eine 1:40er-Zielzeit. Ich ließ wieder einige Mitstreiter auf den ersten Kilometern entspannt „weglaufen“, wohlwissend, dass die eigentliche Abrechnung erst auf den zweiten 10 Kilometern gemacht wird.

Es ging die Hügel hinauf, es ging die Hügel hinunter und die Zielzeit von 1:40 h war immer in greifbarer Reichweite. Je länger das Rennen dauerte, desto besser fanden die Beine ihren Rhythmus. Es wurde hier und dort ein Mitläufer eingeholt und schließlich ging es auf die letzten 8 meist flachen Kilometer durch das Tal. Das Tempo konnte ich noch immer dem Profil anpassen und flüssig mit ihm spielen, weshalb ich mehr und mehr Läufer überholen konnte.

Wie schon bei meinen langen Vorbereitungsläufen zeigte sich: Eine kontrollierte Renneinteilung zahlt sich am Ende doppelt aus.

Der Zieleinlauf auf dem Königsplatz

Der letzte Kilometer zurück in die historische Altstadt war ein purer Genuss. Über die Pflasterabschnitte ging es vorbei an den anfeuernden Zuschauern hinein in den Zielkanal. Völlig happy und gelöst ging es nach exakt 1:38:09 h (Altersklasse Platz 11 von 29) auf den festlich geschmückten Marktplatz und rein ins Ziel.

Das strahlende Lächeln meiner Liebsten Mel war dann die erhoffte und schönste Belohnung für die Anstrengung. Solche Momente zeigen einmal mehr, dass es im Ausdauersport nicht nur um Zeiten und Platzierungen geht, sondern um die gemeinsamen Erlebnisse auf und neben der Piste.

Euer Thorsten

Zieleinlauf Citylauf Schwabach Thorsten Schneider
Zieleinlauf

STRAVA

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