Einmal den kompletten Flusslauf begleiten: Von der unscheinbaren Quelle am Tyrolsberg bei Neumarkt bis hin zur Mündung in die Rednitz bin ich 65 Kilometer entlang der Schwarzach gelaufen. Begleite mich im Blogbeitrag durch sengende Sommerhitze, vorbei an der Klosterruine Gnadenberg und der imposanten Schwarzachklamm – inklusive verdienter Radlermaß am Brückkanal!
Kommentar hinterlassenSchlagwort: Flusslaufen
„Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen; denn andere Wasser fließen nach, und immer neue Welten tun sich dem Schritte auf.“
— Heraklit
Die Idee: Was ist Flusslaufen eigentlich?
Flusslaufen? Was ist das überhaupt? Eigentlich verbirgt sich dahinter weder ein unlösbares Geheimnis noch eine höhere Wissenschaft. Vielmehr ist es eine von mir seit vielen Jahren mit großer Leidenschaft gepflegte Form des Laufsports, bei der es mir primär darum geht, neue Orte, unbekannte Gegenden und faszinierende Landschaften zu entdecken und hautnah zu erleben – ganz einfach nach der Philosophie: #laufenddieweltentdecken.
Es braucht nicht immer künstlich abgesteckte Wettkampfstrecken oder starre Trainingsvorgaben, um die Laufschuhe zu schnüren. Wer dem Lauf eines Gewässers folgt, überlässt die Dramaturgie der Natur selbst. Flusslaufen bedeutet Entschleunigung im Kopf bei zeitgleicher Bewegung im Feld – eine Einladung, die Geografie unserer Heimat Schritt für Schritt neu zu lesen.
Das Regelwerk: Mein Spiel, meine Regeln
Da es mein eigenes „Spiel“ ist, bestimme auch ich die Regeln. Die Grundregel steht felsenfest: Es wird immer strikt von der oder den Quellen bis hin zur Mündung gelaufen.
Schon allein das Auffinden der Quelle kann je nach Flusslauf, Terrain und Jahreszeit eine kleine Herausforderung darstellen. Mal entspringt ein Bächlein als munter sprudelndes Fassungsvermögen, mal verliert es sich im morastigen Quellgebiet eines Buchenwalds. Das Suchen und Finden zeigt die natürlichen Schwankungen der Wasserführung auf wunderschöne Weise. Besitzt ein Fluss mehrere Quellbäche, versuche ich konsequent, sie alle aufzuspüren, zu sichten und abzulaufen.
Anschließend geht es so nah und flüssig wie möglich am Flussufer entlang. Schmale Pfade, wurzelige Trails oder verträumte Wiesenwege werden bevorzugt gewählt. Allerdings würde ich mich nicht weglos direkt durch dichtes Ufergestrüpp oder tiefe Auen kämpfen – in solchen Fällen weiche ich lieber um einige Meter auf einen regulären, gut belaufbaren Weg aus, um den Spielfluss zu wahren und die Ufervegetation zu schonen.
Auf dieser Reise erlebe ich das Werden des Flusses hautnah: das zarte Entstehen am Quellaustritt, das stetige Wachsen durch kleine Zuflüsse, das Reifen zu einem breiten Strom und am Ende die Mündung, in der er in etwas völlig Neuem und Größerem aufgeht. Eine für mich tief berührende und ästhetische Vorstellung.
Projekt-Historie & Fernziele: Von der Heimat an die Donau
Mittlerweile sind über die Jahre einige Flüsse zusammengekommen. Dazu gehören die heimische Schwabach in meiner Heimatstadt sowie die Pegnitz und die Rednitz, die sich in Fürth eindrucksvoll zur Regnitz vereinigen. Jede dieser Etappen hat ihren ganz eigenen Charakter – vom waldreichen Oberlauf bis hin zu den urbanen Kulturlandschaften der fränkischen Städte.
Als langfristiges Fernziel habe ich mir die Donau gesetzt. Zumindest der Abschnitt von der Quelle im Schwarzwald bis nach Budapest sollte auf dem gut ausgebauten Donau-Radweg hervorragend im Fastpacking- und Laufschritt absolvierbar sein.
In diesem Sinne: Follow the River
Euer Thorsten

