Vorwort
- Samstag, 29. Juni 2024
- 69,3 km + 1370 HM
- 9 h 46 min
„Viel Wandern macht bewandert.“
Peter Sirius
Ich liebe das lange Laufen, ich liebe Punkt-zu-Punkt-Strecken, ich liebe das Unterwegs sein. Ich liebe die Bewegung in der Natur. Also war es naheliegend mir zu meinem Geburtstag genau dies zu wünschen:
Ein weiterer Wanderweg von meiner Liste – Mission: FAV-Wanderwege erleben. Eventuell Unterstützung bei der Durchführung (ich erwartete die Notwendigkeit zumindest nicht). Ein „Taxi“ für die Heimfahrt (Bequemlichkeit und im Nachgang auch sehr hilfreich gewesen). Ein leckeres Abendessen zum Abschluss (wir haben ein vorzügliches griechisches Restaurant als Vereinsgaststätte beim TSV Katzwang 05, „meinem“ Verein). Nicht das erste Mal, dass ich mir ein solches Projekt wünschte, aber dieses mal sportlich leichter (dachte ich zumindest) und ohne emotionale Tragweite.



Der Blau-Schrägkreuz Weg – FAV Nr. 24: Rangau Ostweg
Der Rangau Ostweg ist der Wanderweg Nr. 24 des Fränkischen Albvereins und startet im Westen von Schwabach, der Goldschlägerstadt, an der Alten Linde, um sich dann am Rande des Rangau (ein mittlerweile eher touristisch geprägter Begriff einer Landschaft westlich von Nürnberg/Fürth, der aber einen historischen Ursprung beim Deutschherrenorden und seinem ehemaligen regionalen Verwaltungssitz in Ellingen hat) Richtung Höchstadt a. d. Aisch zu schlängeln. Die drei Kilometer zum Start kann ich selbst laufen und die eigentlichen 65 km und 600 HM sollten kein Problem sein. Das der Weg am Ende eher 1300 HM hatte, verbuche ich mal als „Messtoleranz“ (ich sage nur Online-Tourenportale, wie z.B. Komoot😉).
Streckenverlauf & Highlights
Der Weg führt von Süd nach Nord durch weite Felder, dichte Wälder und historische Ortschaften:
- Schwabach bis Roßtal: Der Start erfolgt in Schwabach. Über Buchschwabach geht es in den Marktflecken Roßtal, der für seine romanische Krypta bekannt ist.
- Roßtal bis Cadolzburg: Die Route führt weiter durch das Biberttal in Richtung Cadolzburg. Hier ist die mächtige Hohenzollernburg das weithin sichtbare Highlight.
- Cadolzburg bis Langenzenn: Über das Zenntal erreicht man die ehemalige Klosterstadt Langenzenn mit ihrer markanten Stadtkirche und dem Kreuzgang.
- Langenzenn bis Höchstadt: Der letzte Abschnitt führt durch das Aurachtal (Münchaurach) und die Weiherlandschaft bei Weisendorf und Mohrhof, bevor der Weg in Höchstadt an der Aisch endet.
Charakteristik
- Landschaft: Geprägt durch den Wechsel von sanften Hügeln, Flusstälern (Rednitz, Bibert, Zenn, Aurach, Aisch) und den für die Region typischen Karpfenweihern.
- Anspruch: Da keine nennenswerten Steigungen zu bewältigen sind, eignet sich der Weg normalerweise hervorragend für Genusswanderer.


Raus in die Landschaft
Was mir einen Strich durch die Rechnung machte (ich plante mit 8-9 Stunden), war der Umstand, dass es einer der wärmsten Tage des Jahres mit über 30°C und Sonnenschein wurde. Ohne Wind stand die Luft und brutzelte mich weg. Der Wetterbericht hatte genau davor gewarnt, aber ich hatte den Tag schon länger geplant, die Unterstützung stand und ich war voller Vorfreude.




Und es hatte viel Spaß bereitet! Die Strecke war technisch nicht schwierig, jedoch gab es immer wieder zugewachsene Passagen durch Büsche und Brennnesseln, die meine Beine malträtierten und anscheinend einen kleinen Ausschlag erzeugten. Nette Menschen und freundliche Worte begegneten mir auf dem Weg. Schöne Orte und liebliche Pfade wechselten sich ab. Lohnenswert.



Die letzten 11 Kilometer waren jedoch ein großer Kampf und hatten mir viel abverlangt. Eine krampfende Waldpassage folgte auf einer nötigen Abkühlung in einem Weiher (in kompletter Montur einfach hinein).
Geschenke dieser Art würde ich jedes Mal wieder annehmen – nur vielleicht minimal kühler als dieses Mal (wenn ich es mir wünschen darf).
Euer Thorsten


