Vorwort
- Sonntag, 9. Juni 2024
- 46 km + 2100 HM
- 7 h 47 min
Größers wolltest auch du, aber die Liebe zwingt
All uns nieder; das Leid beuget gewaltiger;
Doch es kehret umsonst nicht
Unser Bogen, woher er kommt.Aufwärts oder hinab! herrschet in heil’ger Nacht,
Wo die stumme Natur werdende Tage sinnt,
Herrscht im schiefesten Orkus
Nicht ein Grades, ein Recht noch auch?Dies erfuhr ich. Denn nie, sterblichen Meistern gleich
Habt ihr Himmlischen, ihr Alleserhaltenden,
Daß ich wüßte, mit Vorsicht
Mich des ebenen Pfads geführt.Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen,
Daß er, kräftig genährt, danken für Alles lern’,
Und verstehe die Freiheit,
Aufzubrechen, wohin er will.
„Lebenslauf“ von Friedrich Hölderlin
Der Sonntag
Strahlender Sonnenschein, bis zu 22°C und über 20 lustige und nette Menschen – klingt nicht nur nach einem guten Rezept, ist auch ein gutes Rezept und ist an diesem Sonntag auch genau das Richtige für mich, weil der Wettkampfmodus derzeit nicht vollständig reingelegt werden kann.

Einfach locker über die Strecke zu kommen (sofern bei einem solchen Lauf davon die Rede sein kann), auf der ich schon so oft kämpfen, schwitzen und beißen musste, war das Ziel und um es kurz zu machen: Es hat auch wunderbar geklappt.

Ab dem Start fand sich der liebe Bernd an meiner Seite ein und wir begannen zu quatschen und uns über Gott und die Welt auszutauschen. So vergingen die Stunden im Flug, wir warteten nach jeder Runde auf den anderen, kämpften uns durch das unerwartet hohe und grüne Gras (der viele Regen der letzten Tage und das warme, aber nicht heiße Wetter sind wahrscheinlich die Ursache), verpassten vor lauter Reden die eine oder andere Abzweigung, wurden in der vierten Runde etwas langsamer, aber das Lächeln blieb bis zum Schluss. Kein Lächeln der Art: Gekämpft und nun geschafft. Eher ein Lächeln, wie: lustige und schöne Stunden bei einer Tätigkeit, die einem Freude bereitet.
Es ist nicht die schnellste und nicht die langsamste Zeit von mir auf dieser Strecke, aber es ist das erste Mal, dass ich körperlich und geistig so locker durch die vier Runden gekommen bin. Dafür bin ich genauso dankbar, wie für die Orga durch Gerhard und Margot, für die sympathischen Menschen und das grandiose Wetter.
Euer Thorsten
PS: Dankbar bin ich auch Tim, der mich angesichts des ausgefallen Zugverkehrs (nach dem Verkauf meines alten, geschätzten Micras bin ich zum fleißigen Bahnfahrer geworden) in seinem Auto mit nach Nürnberg genommen hat!


