Vorwort
- Montag, 9. Juni 2025
- 10,5 km + 210 HM
- 3 h 54 min (man will sich ja nicht stressen 😉)
- Zielweg
Unsre Quelle kommt im Schatten
Duft’ger Linden an das Licht,
Und wie dort die Vögel singen,
Nein, das weiß doch Jeder nicht!Und das Mädchen kam zur Quelle,
Einen Krug in jeder Hand,
Wollte schnell die Krüge füllen,
Als ein Jüngling vor ihr stand.Mögen wohl geplaudert haben,
Kam das Mädchen spät nach Haus:
Gute Mutter, sollst nicht schelten,
Sandtest selbst ja mich hinaus.Geht man leicht zur Quelle, trägt man
Doch zu Haus ein schwer Gewicht,
Und wie dort die Vögel singen –
Mutter, nein, das weißt du nicht!
„Die Quelle“ von Adelbert von Chamisso
Einleitung: Auf den Spuren von Rittern, Barockbauten und Eisgenuss
Manchmal liegen die faszinierendsten Geschichten direkt vor unserer Haustür. Unsere neueste Tour führte uns auf eine geschichtsträchtige und geologisch beeindruckende Runde durch das Nürnberger Land: Von der mittelalterlichen Burg Burgthann, vorbei an der monumentalen Sophienquelle bei Grünsberg, bis in die alte Universitätsstadt Altdorf – der Universität deren Erbauung wir die Löwengrube teilweise verdanken. Leider wird die barocke Gartenanlage immer wieder Ziel von Vandalismus…. Das Beste daran? Eine perfekte Mischung aus fränkischer Kultur, schattigen Schluchten und einem hochverdienten Eis zum Finale.



Kultur & Historie am Wegesrand: Von Raubrittern und barocken Gärten
Der Start an der Burg Burgthann katapultiert einen sofort ins 12. Jahrhundert. Die stolze Stauferburg, die später an die Burggrafen von Nürnberg überging, thront majestätisch über dem Schwarzachtal. Wer hier startet, spürt förmlich den Geist alter Rittergeschichten.
Doch das kulturhistorische Kronjuwel dieser Wanderung wartet im dichten Wald bei Grünsberg: die Sophienquelle. Sie ist nicht einfach nur ein Bachlauf, sondern eine der größten barocken Quellfassungen nördlich der Alpen! Errichtet wurde das monumentale Bauwerk zwischen 1724 und 1726 von den Schlossherren von Grünsberg (der Familie von Stromer). Benannt nach Sophia von Stromer, spiegelt die Anlage den damaligen Zeitgeist wider, die raue Natur nach barockem Ideal architektonisch zu „zähmen“. Ein Ort, der zum Innehalten einlädt und absolute Ruhe ausstrahlt.

Das geologische Wunder: Räthsandstein und „Sprengende Kraft“
Auch geologisch ist die Ecke ein absolutes Highlight. Der Weg führt uns durch die typischen Schluchten des oberen Keupers. Vor rund 200 Millionen Jahren lagerte sich hier der sogenannte Räthsandstein ab. Das Besondere an der Sophienquelle: Sie ist eine Schichtquelle. Das Regenwasser sickert durch den porösen Sandstein, trifft darunter auf eine wasserundurchlässige Tonschicht (die Feuerletten) und tritt genau dort spektakulär an die Oberfläche. Über Jahrtausende hat das Wasser so tiefe, mystische Schluchten in die Landschaft gegraben.





Kulturelles Finale in Altdorf – Und das verdiente Eis
Nach so viel Natur und Geschichte öffnet sich der Wald und gibt den Blick frei auf Altdorf bei Nürnberg. Kultur pur: Von 1575 bis 1809 pulsierte hier das akademische Leben in der berühmten Universität Altdorf (sogar Wallenstein hat hier einst studiert!). Heute laden die prächtigen Bürgerhäuser und der historische Marktplatz zum Verweilen ein.
Und genau hier schließt sich der Kreis unseres heutigen Abenteuers. Denn was gibt es Besseres, um eine geschaffte Tour voller Historie und geologischer Wunder zu krönen, als ein herrlich erfrischendes Eis auf dem Altdorfer Marktplatz?
Euer Thorsten



[…] in der historischen Altstadt zu genießen, ist schon eine schöne Angelegenheit oder einfach die Sophienquelle bei einem Spaziergang mit dem Kaffee oder einem Eis verbinden). Nürnberg-Altdorf ist mit der […]