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100 Miles of Istria 2024 – Training

Die Entscheidung

Istrien – ein Landstrich der mich immer und immer wieder fasziniert hat. Die sanften Hügel, das dünnbesiedelte Zentralistrien, die süßen, kleinen Küstenstädte, die Menschen, das Essen, das Klima und auch die relative Nähe zu meiner Heimat – all diese Dinge ließen mich ein ums andere Mal nach Kroatien fahren. Dreimal bin ich dort an den Start gegangen: 2016 über die 69 km, 2018 über die 100 Meilen und 2021 wieder über die 69 km (leider mit einem DNF) und 2023 dann mit meinen Morgenspaziergang Jungs privat die berühmte Parenzana gelaufen.
Es sollte nun eigentlich genug sein, oder? Ich hatte mit der Anmeldung auch gehadert. Nur für einen Lauf so weit fahren? Das liebe Geld? Schon wieder Istrien? Auf der anderen Seite habe ich nun die Freiheit, dies auch zeitlich zu unternehmen, losgelöst von irgendwelchen Erwartungen. Letztendlich wurde mir die Entscheidung ein Stück abgenommen, nachdem der liebe Andy mich kurz nach der Eröffnung der Anmeldung gefragt hatte, ob ich auch schon gemeldet sei, ich bei ihnen (Lebensgefährtin und deren Eltern plus ihn) in der Ferienwohnung schlafen möchte (Donnerstag auf Montag, d.h. zwei Nächte schlafe ich, zwei Nächte laufe ich) und ich ab München auch bei ihnen im Auto mitfahren könnte. Also in die Hände gespuckt und ran ans Werk.
Istrien Anfang April, der Ultrabalaton Anfang Mai, das ruft nach einer vernünftigen Vorbereitung, um die Kombination eines sehr langen Ultratrails mit einem noch längeren Ultramarathon finishen zu können. Die Vorfreude ist da. Die Gewissheit einen neuen Abschnitt mit neuen Erfahrungen und Momenten vor mir zu haben, weckt die Lebensgeister in mir .

Das Training

Ich orientiere mich an einem älteren Trainingsplan, den ich auf Basis eines 100km Plans für Biel 2016 erstellt habe, für den (für jemanden aus Bayern während Corona) nicht möglichen TGC360 modifizierte und nun noch einmal anpasste. Ok, es ist ziemlich viel „alt“ und Vergangenheit drin. aber da weiß ich, wie mein Körper darauf reagiert, wie ich die Vorgaben anpassen kann, um meinen Leistungsstand zu steigern. Die langen Läufe werde ich bei Gelegenheit länger gestalten, als im Plan vorgesehen ist, jedoch belasse ich die Einheiten unter der Woche so, um genug Regeneration zu bekommen. Eine Herausforderung wird im Lauf der Zeit die fünfte Laufeinheit in der Woche – mal schauen, wie ich es verkrafte, ansonsten gehe ich einen Schritt zurück. Der Körper muss das Training letztendlich auch verarbeiten können, denn ich bin nicht auf dem Niveau von 2016 bis 2018. Zu sehr hat die Leistung zwischen 2020-2022 gelitten.

Eckdaten 100 Miles of Istria 2024

1. Woche: 25. bis 31. Dezember 2023

Die Woche lief vollkommen nach Plan, also über Plan, da die Weihnachtstage traditionell für ein paar mehr Kilometer genutzt werden – allerdings hatte ich das Gefühl, nicht ganz so spritzig zu sein, was ich auf eine ganz, ganz leichte Erkältung zurückführte. Wie geplant wurde das Jahr mit dem Silvesterlauf in Pleinfeld zufriedenstellend abgeschlossen.

1. Woche Training

2. Woche: 1. bis 7. Januar 2024

Tja, die leichte Erkältung ist ein Infekt und die gesamte Woche von Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Husten und Schnupfen geplagt. Ich gehe viel spazieren, dehne mich und habe nach 7 Tagen einen ganz langsamen und leichten Lauf ausprobiert (der gut geklappt hat) – 100% belastbar ist der Körper aber noch nicht.

2. Woche Training

3. Woche: 8. bis 14. Januar 2024

Tempoeinheiten sind noch immer nicht möglich, aber der Umfang kann in einem leichten bis lockeren Bereich wieder gelaufen werden. Es geht also aufwärts. Dafür wurde die Gelegenheit genutzt und ein wenig Every Single Street in Nürnberg (zweimal) und Stein (einmal) zu betreiben.

4. Woche: 15. bis 21. Januar 2024

Es wird! Abgesehen vom Husten (vor allem in den Abendstunden) hat sich der Körper wieder gefangen. Ich habe die sehr hohen Intensitäten deshalb noch immer etwas gemieden. Zusätzlich hat Schnee und ganz besonders Eis alle schnellen Einheiten in der Woche fast unmöglich gemacht. Probiert habe ich es, aber es war einfach nicht möglich – der Körper dankt es. Das Tempo ist nach drei Wochen wahrscheinlich eh in Leidenschaft gezogen, aber die Umfänge klappen wieder. Vor allem am Samstag auf dem Wanderweg „Deutschherrenweg“ war ich positiv überrascht, wie gut mein Körper die Belastung aus Schnee und Eis, schweren Rucksack und Distanz verkraftet hat – das stimmt positiv.

5. Woche: 22. bis 28. Januar 2024

Passt. Die Woche lief endlich wieder nach Plan. Das Tempo hat unter den vergangenen Wochen gelitten, aber es konnte wieder vernünftig auf Tempo gelaufen werden. Was will man mehr?
Die zusätzliche Laufeinheit spürte ich schon deutlich, war fordernd und fiel mit einem weiteren sehr langen Lauf zusammen, der nicht ohne war. Nun heißt es am linken Bein die Muskulatur lockern und die nächste und übernächste Woche zu drehen, um einen besseren Ablauf der Einheiten (Regeneration, Zeit, gemeinsames Laufen) erzielen zu können.

6. Woche: 29. Januar bis 4. Februar 2024

Die Muskulatur hat die Regenerationswoche auch nötig gehabt. Wie immer zwickt es zuerst im linken Bein und signalisiert mir, Vorsicht walten zu lassen. Gesagt getan. So wollte ich die Kilometer von vier auf fünf Einheiten aufteilen – nur am Sonntag hatte ich bei Regen keinerlei Motivation mehr rauszugehen. Also rauf aufs Rad und ein Stündchen noch die Beine gelockert, anstatt eine schnelle Einheit einzulegen.

7. Woche: 5. Februar bis 11. Februar 2024

Diese Woche stand ganz im Zeichen des langen Laufes mit Andy – leider konnte ich wegen eines Reifenschadens nicht mit dem Auto zum Urdonautalsteig aufbrechen, weshalb ein langer Lauf durch den Schwabacher Süden anstand. Gute Wahl! Zusätzlich wird als regenerative Einheit viele kleine Spaziergänge zu und von dem ÖPNV eingeplant – auf den ich in Zukunft häufiger zurückgreifen möchte.

8. Woche: 12. Februar bis 18. Februar 2024

Aufgrund vieler Termine und einem vollen Wochenende auf der Hütte konnte der Trainingsplan nicht planmäßig durchgeführt werden – Schwamm drüber.

9. Woche: 19. Februar bis 25. Februar 2024

Die Einheiten konnten unter der Woche zwar leicht kürzer, aber ansonsten planmäßig durchgeführt werden, womit ich sehr zufrieden bin. Aufgrund von Zeitmangel an einem Tag, wurde das Radfahren durch Dehnen und Stabi ersetzt, nur am Sonntag beim langen Lauf wurde der Rotstift im größeren Umfang angesetzt, um eine gute halbe Stunde früher zu Hause sein zu können.