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Schwabach – Every Single Street

Seit dem ich letztes Jahr von Rickey Gates und seinem San Francisco Projekt gehört habe, schwirrte mir die Idee durch den Kopf, meine neue Heimatstadt Schwabach auf die gleiche Art und Weise zu erlaufen! So schwer sollte es nicht sein, da der neue Wohnort mit seinen 40.000 Einwohnern eine sehr überschaubare Größe bietet. Aber wer weiß, was daraus wird, sollte mir das Projekt zusagen. Nürnberg, Fürth? Auch Optionen. Erstmal klein anfangen und probieren.

Das Adam-Kraft-Gymnasium

Was ist Every Single Street?
Jede Straße in einer Stadt wird abgelaufen. Nicht mit dem Rad, nicht mit dem Auto, nicht mit einem sonstigen technischen Hilfsmittel. Einfach nur Laufen oder Wandern – und zwar jede Straße, egal wo sie liegt, egal wie lange sie ist und ob sie einem gefällt oder nicht.

Das Rathaus

Spielregeln?
– jede Straße wird auf der kompletten Länge gelaufen
– es zählen nur Straßen mit Straßennamen
– Hofeinfahrten, Wege auf Privatgrundstücken usw. zählen nicht
– es zählt die ganze Gemeinde Schwabach mit allen Ortsteilen
– Tempo ist egal, hautpsache gelaufen

Mount Wolkersvillage – viele neue, unbekannte Flecken entdeckt

Planung?
Technische Hilfsmittel, um den Fortschritt zu dokumentieren, habe ich mir erlaubt. Hierfür kann ich als Strava Summit Nutzer auf die dortige Heatmap zurückgreifen, die mir farbig alle schon gelaufene Straßen anzeigt; der Haken bei der Sache ist, dass ich auch alle schon dieses Jahr unabhängig vom Projekt gelaufene Straßen angezeigt bekomme. Da ich alle Läufe so oder so automatisch auf Strava hochladen lasse, erscheint mir das trotzdem als ein unkomplizierter Weg. Alle Einheiten auf Strava, die zu diesem Projekt zählen, werden mit dem #ESSS versehen (EverySingleStreetSchwabach).
Alternativ bietet sich die amerikanische Seite CityStride an die auf die Durchführung von Every Single Street Projekten spezialisert ist. Sie zeigt mir für Schwabach 509 Straßen und das gesamte Gemeindegebiet mit Grenzen an. Diese Seite lässt sich auch mit Strava zum Datenupload verbinden, eröffnet aber erst seine wirklichen Möglichkeiten, wenn man Supporter geworden ist, also das Projekt mit einer Spende unterstützt.
Die dritte Möglichkeit ist, sich die Straßen ganz klassisch auf einer Papierkarte einzuzeichnen – für einen technikaffinen Menschen wahrscheinlich keine Option.
In der Praxis hat sich für mich die zweite Variante von City Strides als die praktikabelste herausgestellt, weil ich sehr schnell sehen konnte, welche Straßen noch fehlen, welcher Abschnitt einer Straße noch aussteht. Das wäre mit Strava Summit in dieser Form nicht gegangen und eine Papierkarte wäre sehr umständlich gewesen.
Vorab hatte ich mir auch überlegt, keine Routen auf die uhr zu ziehen, um die Stadt selbständig zu erkunden und zu erleben, zu planen, zu entdecken, mit allen Sinnen zu erleben – und eventuell eine Straße zu vergessen und noch einmal dorthin aufbrechen zu müssen. Auch das gehört dazu – dachte ich. Nach 2 Tagen habe ich das eingestellt, weil es zu viele Stichstraßen, zu wenig rechteckig angelegte Wege gibt. Mit Komoot habe ich dann doch die Routen geplant und auf die Uhr gezogen. Das entlastete den Kopf und ließ mich die Umgebung besser wahrnehmen – deshalb würde ich es jeder Zeit wieder mit der Uhr lösen.

Selbst Jim Knopf hat Schwabach besucht!


Eckdaten
509 Straßen mit allen Ortsteilen, wie z.B. Wolkersdorf, Schaftnach, Dietersdorf usw.
Insgesamt benötigte ich hierfür 45 Einheiten, die sich vom 10. April bis zum 22. Juli erstreckten, d.h. nicht jeder Lauf wurde diesem Ziel gewidmet.

viele kleine Pfade locken mitten in der Stadt

Durchführung
Jeden Lauf startete ich in Schwabach bei mir zu Hause. Dies führte dazu, dass ich sehr viele Straßen unzählige Male laufen durfte und sich das Projekt in die Länge zog. Ist das schlimm? Für mich nicht! So entwickelte ich leichter ein Gespür für die Distanzen in Schwabach und konnte neuentdeckte schöne Abschnitte öfters laufen, wofür ich sehr dankbar bin.
Als schwierig stellten sich jedoch ein paar Straßen heraus, die vielbefahren sind und über keinen Fußgängerweg verfügen. Zum Teil erkundete ich diese an Feiertagen oder Sonntags in den frühen Stunden (Corona spielte mir für dieses Projekt auch noch in die Karten).

In den Straßen der Stadt geparkt

Fazit
Ich durfte so viele hässliche, langweilige, aber auch schöne, interesannte und unbekannte Ecken entdecken, dass ich das Projekt zu keinem Zeitpunkt bereut hatte. Vielleicht hätte ich es besser planen können, um es mit weniger Distanz umzusetzen, aber das ist mir erhlich gesagt egal gewesen. Ich würde es in Schwabach nicht noch einmal wiederholen, kann mir aber die Nachbargemeinden gut vorstellen (Rednitzhembach, Rohr, Stadtteile von Nürnberg). Auf jeden Fall hat es meine Laufstreckenauswahl erweitert! Dafür bin ich unglaublich dankbar.

Euer Thorsten

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