Vorwort
„Schroffe Felsen, grüne Täler, ein fränkisch‘ Bier am End‘ der Tour – das ist die Fränkische Natur!“
Ein herrlich warmer, trockener Sommertag, motivierte Mitstreiter und eine Route, die von idyllischen Streuobstwiesen bis zu mystischen Felsformationen alles bietet – meine erste Amtshandlung als frisch gebackener Wanderwart des TCT (genau der Verein, dessen Hütte ich euch schon einmal beschrieben habe 😉) hätte kaum schöner sein können!
Gemeinsam haben wir eine absolute Genusstour vor den Toren Nürnbergs unter die Lupe genommen. Zieht die Wanderschuhe ein: Hier kommt die Anleitung für ein vielfältige und nicht zu lange Tour in der Fränkischen Schweiz.
Die Tour im Überblick
Damit ihr wisst, worauf ihr euch einlasst, hier die harten Fakten unserer TCT-Vereinswanderung:
- Datum: Samstag, 04. Juli 2026
- Startpunkt: Bahnhof Igensdorf (Anreise entspannt mit der Gräfenbergbahn)
- Zielpunkt: Bahnhof Weißenohe (Rückreise ebenfalls mit der Gräfenbergbahn)
- Streckenlänge: ca. 8,8 km
- Höhenmeter: 329 hm im Aufstieg (verteilt auf zwei prägnante Anstiege)
- Schwierigkeit: Überwiegend einfache Wege, knackig und fordernd am Eberhardsberg.


Etappe 1: Blütenmeer und der erste Vorgeschmack
Unsere Tour startete direkt am Bahnhof in Igensdorf. Von dort aus ging es bei bestem Wanderwetter direkt hinein in die Natur. Der erste sanfte Anstieg führte uns in Richtung Dachstadt.
Natur-Highlight am Wegesrand: Rund um Dachstadt durchwandert man ein wahres Paradies für Augen und Nase. Die Region ist bekannt für ihre unzähligen Obstbäume. Je nach Jahreszeit läuft man hier durch ein Meer aus weißen Blüten oder vorbei an reifen, saftigen Kirschen, Marillen und Äpfeln.
Nachdem wir den ersten Hügel gemeistert hatten, belohnte uns die Natur mit tollen Ausblicken über das weite Tal, bevor es kurzzeitig wieder bergab ging, um Schwung für das eigentliche Highlight der Tour zu holen.




Etappe 2: Hinauf zum Eberhardsberg – Wo der Teufel kocht
Hinter Dachstadt änderte sich der Charakter der Wanderung. Der zweite Anstieg hinauf zum Eberhardsberg wartete auf uns – und der hatte es in sich! Er ist spürbar länger und steiler als der erste. Sowohl der Aufstieg als auch der spätere Abstieg erfordern hier etwas Trittsicherheit auf den schmaleren Pfaden. Doch die Anstrengung lohnt sich, denn der Wald gibt hier seine sagenhaften Geheimnisse preis.
Wir passierten nacheinander drei faszinierende Felsformationen: den Teufelsfinger, den Teufelstisch und die Teufelsküche.
Kleiner Geologie-Exkurs
Die bizarren Felsgebilde bestehen aus dem typischen Schwammkalkstein (Malm) des Weißen Jura, der vor rund 150 Millionen Jahren in einem tropischen Flachmeer entstand. Durch die sogenannte Verkarstung – also die chemische Verwitterung durch kohlensäurehaltiges Regenwasser – wurden weichere Gesteinsschichten im Laufe der Jahrtausende abgetragen. Übrig blieben die härteren Riffkalke, die heute als „Teufelswerk“ die Wanderer ins Staunen versetzen.




Etappe 3: Das Finale in der Klosterbrauerei Weißenohe
Nachdem wir den Eberhardsberg erfolgreich bezwungen und die mystischen Felsen ausgiebig fotografiert hatten, lag das Ziel praktisch schon in Sichtweite. Der Abstieg führte uns direkt nach Weißenohe.
Was gibt es Besseres, als eine gelungene Vereinswanderung bei gutem Essen und kühlen Getränken ausklingen zu lassen? Genau dafür haben wir den traditionsreichen Biergarten der Klosterbrauerei Weißenohe angesteuert.
Hier kamen alle auf ihre Kosten:
- Kulinarik: Deftige, ehrliche fränkische Küche, die die verbrauchten Kalorien im Nu wieder zurückbringt.
- Flüssiges Gold: Eine fantastische Auswahl an hausgebrauten Bieren (Tipp: Unbedingt durchprobieren, vom klassischen Altfränkisch bis zu saisonalen Spezialitäten!).
Frisch gestärkt und glücklich waren es von dort aus nur noch wenige Gehminuten bis zum Bahnhof Weißenohe, von wo uns die Gräfenbergbahn wieder sicher nach Hause bringen kann.

Fazit & Nachwandern
Diese Tour verbindet alles, was das Wanderherz begehrt: Eine unkomplizierte, nachhaltige Anreise mit der Bahn, landschaftliche Idylle, einen Hauch geologische Abenteuerlust am steilen Eberhardsberg und den perfekten fränkischen Genuss-Abschluss. Als neuer Wanderwart kann ich nur sagen: Nachmachen dringend empfohlen und wer weitere Touren sucht, wird hier fündig!
Habt ihr die Teufelsküche auch schon mal besucht, oder habt ihr ein anderes Lieblingsbier in Weißenohe? Schreibt es mir unbedingt in die Kommentare!
Euer Thorsten


