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7. Wolff Sports Winter Ultra

  • 29. Dezember 2019
  • 51,5 km
  • 1050 HM
  • Platz 16 von 53
  • 5h 40min

Ist das verdammt kalt: -5°C bei strahlendem Sonnenschein – und wir hatten bisher noch keinen Winter gehabt, also keine Gelegenheit sich einzugewöhnen. Zitternd schiebe ich mich in das Vereinsheim und an die Theke zur Startnummernausgabe. Nadine lächelt trotz allem Stress – so fühle ich mich angekommen. Alle da? Florian, Wolfgang und noch einige weitere erblicke ich. Nur wo ist Volker?
Auf dem Weg zur Startlinie taucht er auf. Wenige Minuten vor Start und damit irgendwie noch pünktlich. Immerhin muss er nicht so lange wie unsereins frieren.
Eine gesperrte Brücke verlängert dieses Jahr die Runde um ca. 2km; irgendwie macht dies aber auch keinen Unterschied, ob wir die nun auch noch laufen müssen oder nicht.
Es geht los, Wolfgang vorneweg und ich schließe zu Hansi und Florian vom TSV Katzwang auf und bleibe erstmal bei ihnen. Drei vom Verein bei einer solch kleinen Veranstaltung – das gibt’s nicht alle Tage.
Der erste Anstieg zur Burgruine Wolfenstein lässt nicht lange auf sich warten. Ich versuche nicht zu viel Druck zu machen, denn die Erkältung und der Husten sind nicht ganz ausgestanden.

Hoch zur Ruine im Gänsemarsch
Eigentlich ein traumhafter Wintermorgen

Wir beschliesen nun erstmal zu dritt weiterzulaufen. Das Tempo stimmt einfach und die Kilometer fliegen so dahin.

Rein in den Sonnenaufgang
Die ersten Kilometer gehen mit der nötigen Dynamik von der Hand

Im Grunde genommen haben wir mit den kalten Bedingungen richtig Glück, weil der Boden schön hart gefroren ist und die ansonsten anstehende Schlammschlacht unterbindet. Fühlt sich zwar an, als ob wir auf unebenen Beton laufen, aber die Suche nach dem Grip bleibt uns entsparrt.
Da spricht dann auch nichts gegen einige zu schnell gelaufende Downhills, wenn die pure Lauf- und Lebensfreude einen überrumpelt 😉

Einfach rollen lassen

Bei Kilometer 35 arbeiten wir uns den Buchberg hoch und hier merke ich im Anstieg zum ersten Mal deutlich die unterschiedlichen Stärken von uns. Bergauf ist einfach nicht meine Trumpf – Hansi und Flo müssen warten. Im Downhill könnte ich schneller und auf den topfebenen Abschnitten, wie am Alten Kanal, könnte Flo es laufen lassen. So arrangieren wir uns, weil wir, ohne Absprache, dies nun gemeinsam beenden wollen.
Die letzten Kilometer vor Mariahilf geht es durch lichten Wald stetig leicht aufwärts. Flo zieht uns nun vorwärts und wir beginnen Läufer über Läufer einzusammeln. Die meiste Zeit hatten wir das Gefühl abeschlagen im hinteren Feld herumzudümpeln und nun merken wir, dass wir alles richtig gemacht haben und ziehen daraus Motivation für den Schlussabschnitt. Wir sind nicht schneller geworden – sondern sind nur einfach nicht viel langsamer als zu Beginn unterwegs. Nun muss ich kämpfen, um nicht abreißen zu lassen. Der Schlussanstieg an Mariahilf vorbei zieht sich noch einmal gewaltig.

Mariahilf kurz vor dem Ziel

Jetzt stoßen wir nach Höhenberg vor, sehen noch vier weitere Läufer und meine beiden Partner gehen in den Schlussspurt über, ich ziehe an, kann mit ihnen nicht mithalten, überhole drei der vier und erreiche schnaufend das Ziel – indem wir alle zusammen mit der gleichen Endzeit und Platzierung gewertet werden. Egal, ich habe gekämpft und nicht aufgegeben, hatte einen schönen Tag, mit lieben Menschen, bei bestem Wetter und auf einer schönen Strecke. So soll es sein.

Euer Thorsten

TSV Katzwang 05 in Bestform
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