Vorwort
- Donnerstag, 21. August 2025
- 5,7 km + 390 HM
- Rundweg
Du, Berg, bist gut. Auf deinen Matten ruht
Das Auge gern und gern auf deinem Wald;
Du bist nicht hoch noch stattlich von Gestalt,
Doch macht dein sanfter Reiz dem Träumer Mut.Die Sonne liegt auf deiner breiten Brust
Den langen Tag; du gibst sie uns zurück;
Und über deinem gütevollen Glück
Entlässt das Herz die letzte böse Lust.„Einem Berge“ von Christian Morgenstern
Der Gipfelsturm
Mit ihrem Onkel auf einen Berg zu steigen, ein Gipfelkreuz zu erreichen, das scheinen meine zwei älteren Nichten zu lieben – ganz zur Freude des Onkels 😉Seit der Besteigung des Enzensteins schlummerte in mir der Wunsch, mit ihnen auch einmal auf „meinen Hausberg“ zu steigen: dem Großen und dem Kleinen Osser. Die Gelegenheit ergab sich nun bei einem Kurzbesuch im Woid. Trockenes Wetter und angenehme Temperaturen waren sehr gute Bedingungen für eine Wanderung, von der ich nicht mit Sicherheit wusste, wie sie diese meistern würden (im Nachgang betrachtet: grandios). Vom Osser Sattelparkplatz, den man mit dem Auto tatsächlich anfahren darf und der schon eine Höhe von über 900 Meter erreicht, ging es auf kürzestem Wege aufwärts (es sind Kinder, d.h. es gab auf dem Weg dorthin viel zu entdecken! Der Weg an sich ist einfach zu bewältigen und hat nur eine kleine Herausforderungen im verblockten Schlussanstieg) zum Gipfelkreuz auf dem Großen Osser auf 1293 Meter (Personen ohne Schwindelfreiheit können etwas unterhalb des Kreuzes zur Schutzhütte gehen – ein Geländer hilft) und von dort zur Schutzhütte (die meiner Meinung nach am schönsten gelegene Hütte im Woid). Auf deutscher Seite wird er von den Einwohnern von Lam auch gern das Matterhorn des Bayerischen Waldes genannt – auf der tschechischen Seite liebevoll „Brüste der Mutter Gottes“. Bei guter Fernsicht gönnten wir uns ein Mittagessen und ich konnte ihnen den Grenzverlauf quer über die „Terrasse“ zeigen (wir speisten schon in Tschechien). Alte Grenzschilder weißen auf dieses dunkle Kapitel der europäischen Geschichte hin, in der der Eiserne Vorhang eine Region teilte, die mehr miteinander zu tun hatte, als mit den fernen Großstädten im Flachland. Nun wollte ich noch den kleinen Bruder angehen – allerdings war ich mir wegen der Kraxelei knapp unterhalb des Gipfels (1266 m) nicht sicher. Mit viel Ruhe und Geduld ging es langsam und sicher auf und ab – das erste Gipfelbuch inklusive. Grandios! Zum Schluss über die bezaubernde Osserwiese (bei passender Wetterlage der Startpunkt von Gleitschirmfliegern) und wieder zurück zum Ausganspunkt. Danke für die schönen Stunden und die Möglichkeit.
Euer Thorsten










