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Explore the Trail – Teil 2: Altessing bis Etterzhausen

Auf einen Blick

  • Sonntag, 30. Januar 2022
  • 55 km + 1300 HM
  • 7 h + 29 min


"Iller, Lech, Isar, Inn, fließen rechts zur Donau hin. Wörnitz, Altmühl, Naab und Regen kommen ihr von links entgegen."

Exkurs: Was ist eigentlich der JUNUT?

Der JUNUT (Jurasteig Nonstop Ultra Trail) ist eine der bekanntesten und fordendsten Ultralauf-Veranstaltungen in Süddeutschland. Auf einer Gesamtdistanz von bis zu 239 km und über 7.500 Höhenmetern führt die Strecke auf den Pfaden des Jurasteigs einmal quer durch die faszinierende Landschaft der Bayerischen Jura. Unsere heutige Etappe von Altessing nach Etterzhausen deckt einen Teilabschnitt dieser imposanten Strecke ab.

Weiter geht’s: Die JUNUT-Erkundung geht in die zweite Runde

Neues Wochenende, nächste Etappe! Wir knüpfen exakt dort an, wo wir beim letzten Mal aufgehört haben: Am Zielpunkt in Altessing steigen wir wieder ein, um uns das nächste Stück der JUNUT-Strecke vorzunehmen. Das Ziel des Tages: Etterzhausen.

Wer ist „wir“? Das Trio aus Ingo, Andy und meiner Wenigkeit als gelassenem Schlusslicht. Die Vorfreude auf die vor uns liegenden 55 Kilometer ist spürbar – auch wenn wir ahnen, dass die Beine heute einiges zu tun bekommen.

Blick von einer Anhöhe auf die Donau und die Gebäude des Klosters Weltenburg inmitten hügeliger Landschaft
Kloster Weltenburg liegt rechts

Flüssiger Flow an der Donau: Von Weltenburg nach Kelheim

Der sehr wellige Charakter des ersten Streckenabschnitts lässt auch heute kaum nach. Ständiges Auf und Ab fordert die Waden, doch es gibt eine wohltuende Ausnahme: Die Passage entlang der Donau in Richtung Kelheim, während das imposante Kloster Weltenburg auf der rechten Seite liegt (und leider nicht passiert wird😉).

Im Vergleich zum ersten Teil zeigt sich die Strecke hier von einer weniger technischen, flachere Züge annehmenden Seite. Das erlaubt ein deutlich flüssigeres Laufen. Mir persönlich liegt dieser Abschnitt heute extrem gut – ich komme schnell in einen angenehmen Rhythmus und genieße das Dahingleiten am Fluss.

Zwei Läufer joggen lächelnd auf einem Pfad direkt an der Donau entlang, vorbei an einer steilen Felswand
An der Donau von Weltenburg nach Kehlheim

Zitterpartie & Highlight: Die Gierseilfähre Matting

Ein großes Fragezeichen schwebte über dem Streckenabschnitt bei Matting: Nach dem heftigen Wetter der vergangenen Nacht war unklar, ob die historische Fähre überhaupt in Betrieb sein würde. Da es in dieser Gegend kaum Flussüberquerungen gibt und wir die Donau ansonsten erst wieder kilometerweit entfernt über die Brücke in Kelheim hätten queren können, hing der gesamte Routenverlauf an diesem Nadelöhr.

Wir haben es riskiert – und hatten Glück! Die Fähre fuhr. Ein besonders charmantes Detail am Rande: Selbst auf dem Boot sind die offiziellen Wandermarkierungen angebracht. Ein toller kleiner Moment, der einem den Tag versüßt.

Exkurs: Wie funktioniert eine Gierseilfähre?

Eine Gierseilfähre nutzt ausschließlich die Kraft der Flussströmung, um lautlos von einem Ufer zum anderen zu gelangen. Das Schiff ist an einem langen Drahtseil verankert, das stromaufwärts in der Flussmitte fixiert ist. Durch Schrägstellung des Bootskörpers zur Strömung drückt das fließende Wasser die Fähre quer über den Fluss – ganz ohne Motor oder fossile Brennstoffe!

Künstlerisch gestaltete Sitzbank in Bootform mit Reliefs an der Fluss-Promenade in Kelheim
Kehlheim an der Donau

Magerrasen und Mittelmeer-Feeling

Kurz vor dem Ziel wandelt sich das Gesicht der Landschaft noch einmal komplett: Der Weg führt an steinigen Hängen entlang, wo sich typischer Magerrasen an den Fels schmiegt. Plötzlich breitet sich hier eine ganz eigene, fast schon mediterrane Stimmung aus. Für mich persönlich ohne Zweifel der schönste Abschnitt der gesamten heutigen Tour!

Blick durch knorrige Baumäste auf die Donau und die dahinterliegende Landschaft mit Feldern und Ortschaften
Immer wieder taucht dieser gewaltige Fluss auf

Verpflegung & Ausrüstung: Vollautark im 12-Liter-Rucksack

Bei einer Distanz von 55 Kilometern und einer Laufzeit von über 7,5 Stunden stellt sich natürlich die Verpflegungsfrage. Wir haben uns heute bewusst gegen Einkehrstopps entschieden (was auf dem Jurasteig auch nicht immer ganz einfach wäre) und waren komplett autark unterwegs : In unseren 12-Liter-Trailrucksäcken hatten wir sämtliche Riegel, Gels, Elektrolyte und Flüssigkeit für den gesamten Tag direkt am Rücken mit dabei. Das spart Zeit, fordert aber natürlich beim Tragegewicht seinen Tribut.

Blick vom Holzdeck der Gierseilfähre über die Donau auf bewaldete Hänge am gegenüberliegenden Ufer
Eine Gierseilfähre – simpel und doch so faszinierend

Orientierung, Komoot-Fehler & Akku-Management

Ganz ohne Tücken lief es organisatorisch allerdings nicht: Die Markierungen vor Ort ließen streckenweise stark zu wünschen übrig. Ohne technische Hilfsmittel und GPS-Track hätten wir uns an mehreren Stellen verfranst. Für den anstehenden Wettkampf steht fest: Der Track muss zwingend auf der Uhr mitlaufen! Da stellt sich natürlich direkt die Frage des Akku-Managements – Zwischenladen unterwegs wird Pflicht sein.

Auch bei den Höhenmetern gab es eine kleine Überraschung: Die von Komoot geplanten Höhenmeter lagen gut 30 % unter den tatsächlich absolvierten Werten. Statt sanftem Hügelland gab es also eine ordentliche Zusatzportion Körnerpunkte. Ergänzt hat das unseren Trainingseffekt aber allemal!

Trotz (oder gerade wegen) dieser kleinen Abenteuer ist die Vorfreude auf Abschnitt 3 nicht kleiner geworden. Im Gegenteil: Die Beine brennen, das Herz hüpft – auf ins nächste Abenteuer!

Euer Thorsten

Drei lächelnde Männer in Laufbekleidung machen ein Selfie im Freien
Für heute ist die Arbeit getan

STRAVA

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