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6. Weingäßchen Infinite Loop – die Vorbereitungen laufen

Vorwort

  • Sonntag, 22. März 2026
  • 72 km + 900 HM
  • 8 h 35 min
  • 20 Runden

Dieses Jahr habe ich mir wieder ein großes Ziel vorgenommen, einen großen Wettkampf, wie in ganz vielen Jahren. Also nichts neues im Süden (OK, der Satz ist eigentlich einem Stück Weltliteratur entlehnt). Ein Aber schleicht sich nun doch ein. Endlich habe ich wieder den Kopf gefunden, die Bereitschaft für den nötigen Aufwand geweckt und eine Partnerin an meiner Seite, die diese Vorbereitung mit Gelassenheit erträgt (wir haben natürlich im Vorfeld darüber gesprochen), weshalb ich nun akribisch eine Vorbereitung umsetzen kann, um die Chance auf einen erfolgreichen Abschluss zu erhöhen.
Auf diesem Weg wurde auch ein Vorbereitungswettkampf eingeplant, um Ausrüstung, Ernährung, Form, Pace zu testen und notfalls daraus zu lernen: der 6. Weingäßchen Infinite Loop

03:30 in Schwabach

Im Morgengrauen

03:30 klingelt der Wecker – ich konnte gar nicht so früh einschlafen, dass ich behaupten kann, ausgeschlafen zu sein. Versucht habe ich es, mich dann doch 3 Stunden von Podcast zu Podcast gehangelt und akzeptiert, dass ich in diesem Punkt gescheitert bin. Ich möchte aber heute an den Start gehen, ich muss frühstücken, ich muss zu Fuß zum Start gelangen – und es wird kalt sein zum Start. Also raus aus den Federn, die Schüssel Müsli gefüllt, Kaffee getrunken und den fast fertigen Laufrucksack mit den letzten Dingen ausgestattet. Normalerweise benötigt man für einen solchen Lauf keinen Rucksack und ich könnte meinen mit Sicherheit irgendwo vor Ort deponieren, aber ich bin über den Winter alle meinen langen Läufe mit einem zum Teil deutlich schwereren gelaufen, werde auch beim Hauptwettkampf einen ganz leichten tragen und empfinde dies nun schon als einen normalen Teil des lange Laufens. Eine Stunde später laufe ich langsam und gemütlich in der Dunkelheit los, 4,5 km Einlaufen ist angesagt. Startnummer abholen, in eine warme Jacke schlüpfen und auf den Startschuss (in diesem Fall ein kleines Startfeuerwerk!) um 06:00 warten, welcher von einer wunderschönen blaue Stunde begleitet wird.

Morgens in Deutschland
Kalter, wolkenloser Morgen

Die Idee

Es geht los! Es gibt die 12 h (für die ich gemeldet bin) und die 6 h Wertung. Wie ist der Modus? Eine 3,6 km lange Runde mit einem Anstieg von 45 Höhenmetern wird immer und wieder gelaufen und zwar so lange bis die 6 oder 12 Stunden verstrichen sind. Wer die meisten Runden, also die meisten Kilometer, gelaufen hat, gewinnt. Die Besonderheit hier ist der Spendenlauf Charakter den der Organisator Thomas Maurer zugrunde legt, weshalb auf alles Unnötige außen herum verzichtet wird und es nur ein feines Buffett nach jeder Runde gibt, aber keine T-Shirts, Medaillen usw.
Für jede Runde kann man völlig frei und ohne Vorgaben eine kleine Spende entrichten, die einer sozialen Einrichtung zugute kommt.
Vom Wanderparkplatz Brünst bei Schwabach geht es auf Schotter und Asphalt hinab ins Tal, entlang des Nadlersbaches und vorbei am Burgersgarten hinein in die Stadt und dort aufwärts und zurück zum Ausgangspunkt. Orientierungssinn? Eigentlich nicht nötig und trotzdem ist die Runde gut markiert. Am Ende der Runde werden die Startnummern (wir sind nur ein kleiner Haufen) von immer gut gelaunten und freundlichen Helfern händisch erfasst. Der Charme besteht auch in der Unkompliziertheit dieser Aktion. Es steht mehr das Miteinander und die Geselligkeit und weniger die sportliche Höchstleistung im Vordergrund.
Am Start sind viele bekannte Gesichter, viele Wiederholungstäter. Solche Veranstaltungen ziehen naturgemäß mehr die Erfahrenen und weniger die Rookies an.
Mein Plan: 80 km, d.h. 4,5 km Einlaufen + 20 Runden (72 km) + 4,5 km Auslaufen

VP für jede Runde
Der Tag begrüßt uns herrlich
Wer sich verläuft, ist selbst schuld 😂
Kurz vor dem Start: HInweise
20 mal am Nadlersbach entlang
Das Schild ist genial
Finish!

Los geht’s!

Aus der geplanten Pace im Flachen von 06:30 bis 07:00 wurde eher 06:05 bis 06:45, weil sich immer und immer wieder Gespräche auftaten und der Austausch unheimlich angenehm war. Umso überraschender war, dass das Tempo sehr gut laufbar war. Ohne ein Wölkchen am Himmel stieg das Thermometer sehr zügig von 1°C auf 13°C und verströmte Frühlingsgefühle. Ab Runde 10 ging ich diesen einen Anstieg teilweise und befand mich damit in bester Gesellschaft. Ab Runde 15 wurde es langsam zäh, aber die Pace war immer noch sehr gleichmäßig und ich konnte Runde 20 deutlich früher als gedacht abschließen. Also meldete ich mich brav ab, versuchte nicht noch mehr Runden zu drehen und die 12 Stunden voll zu machen und begab mich auf dem Heimweg, auf den sonnigen Balkon und zur Rekapitulation des Laufes: Die Laufschuhe sind für Ultras für mich nichts, Sonnenbrand kann man schon bekommen, ich hätte von der langen auf eine kurze Hose nach den ersten vier Stunden wechseln sollen, Salztabletten wären hilfreich gewesen, mehr Nahrungsaufnahme wird nötig sein, Hirschtalg zwischen den Beinen ist wichtig – und es lief trotz dieser Punkte rund und gut. Also Verbesserungspotential erkannt, die Richtung ist sehr stimmig.

Euer Thorsten

Wohin geht die Reise? Die Zeit wird’s zeigen


STRAVA

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