- Samstag, 07. März 2026
- 6,2 km + 120 HM
- 2 h 1 min
- Rundweg
Was hat doch der Teufel zu thun:
nie darf er ja rasten und ruh’n
soll holen bald dies und bald das
er weiß ja oft selber nicht was.Wie wird ihm bei Tag und bei Nacht
das Leben so sauer gemacht !
In Deutschland möchte‘ ich, o nein !
Beim Teufel ein Teufel nicht sein !Doch muß man ihm manches verzeih’n,
er kann ja nicht überall sein;
so ist ihm auch manches nicht recht,
zum Beispiel ein Censor zu schlecht.„Der geplagte Teufel“ Hoffmann von Fallersleben
Altdorf ist eine dieser kleineren Städte in Nürnbergs Umfeld, die oft weniger Aufmerksamkeit erhalten, als sie verdient hätten (bei Sonnenschein einen Kaffee im Freien in der historischen Altstadt zu genießen, ist schon eine schöne Angelegenheit). Nürnberg-Altdorf ist mit der S-Bahn eine gut 20 minütige Fahrt – ein Katzensprung. Also Laufschuhe geschnürt mit Mel eine Uhrzeit am Bahnhof ausgemacht und schon einmal in Schwabach losgelaufen, um sie am Startpunkt der Wanderung abzuholen – kann man machen, muss man nicht machen. Die Bahn ist definitiv die gemütlichere Variante.
Wie gesagt: es ist eine kleine Stadt und so verlassen wir sehr schnell den Ort, folgen der Markierung 3 zwischen Feldern hindurch (ein klein wenig Straße war dabei, bringt aber niemanden um) und steigen in eine liebliche Schlucht hinab: die sogenannte Löwengrube
Es handelt sich um dabei um einen künstlich angelegten Felsenkeller auf der östlichen Seite und einer Felsengalerie auf der westlichen. Wie die angeblich in dieser Galerie eine Kegelbahn betrieben hatten, entzieht sich aber meiner Vorstellung. Was bleibt ist ein von Menschen erschaffenes Kleinod, welches einen ganz gewöhnlichen Ursprung hatte: Es wurde Sandstein abgebaut, u.a. für die Universität in Altdorf (welche eine Kapitel für sich selbst wäre). Und der Name? Stammt vom „Wiederentdecker“ und Erschließer Friedrich Gottlieb von Löwenstern.
Ein ehemaliger Bierkeller, Studenten, Ruhestörungen ausgeschlossen – die Feste in der Löwengrube kann man sich ausmalen. Heutzutage ist es ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Familien.








Wir ziehen weiter in die benachbarte Schlucht und steigen wieder gen Norden aufwärts. Tief hat sich der Bach an dieser Stelle in die Landschaft eingegraben. und ein hübsches Naturdenkmal zurückgelassen. Kurz vor dem oberen Ende des Pfaffentals weißt eine „vertrauenserweckende“ Eisentreppe auf den Abstieg zur Teufelshöhle hin (nein, man muss nicht absteigen, sondern kann sofort der Markierung 5 wieder zurück nach Altdorf folgen). Learning für die Zukunft: eine Stirnlampe wäre hier hilfreich. Die Höhle misst mehr als 50 mal 50 Meter und hat eine Deckenhöhe bis zu 4,5 Meter – der Eingang ist jedoch deutlich kleiner, weshalb nicht genug Tageslicht hineinfällt. ACHTUNG! Es wird jedoch über den Zutritt zur Höhle gestritten, weil eine Einsturzgefahr nicht auszuschließen ist.




Lockeren Schrittes geht es in kürzester Zeit zurück zum Bahnhof. Was bleibt ist eine leichte Wanderung mit zwei sehr schönen Naturdenkmälern, die vielleicht nicht Kinderwagen geeignet ist, jedoch auch keinen geübten Wanderer erfordert (Regen lassen wir einmal außen vor).
Euer Thorsten


